ADFC-Kritik an der Polizei 

Die Falschen kontrolliert

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Erding – Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) kritisiert die Fahrradkontrollen der Erdinger Polizei vor knapp zwei Wochen. Dies sei eine Aktion gegen die Radler gewesen, die hinsichtlich der steigenden Unfallzahlen keinen Effekt gehabt habe.

Von Hans Moritz

„Ist die Jagdsaison auf Erdings Radfahrer nun eröffnet?“ Der Vorstand des Erdinger ADFC ist sichtlich angefressen, nachdem die Erdinger Polizei am 10. August auf dem Schrannenplatz, am Amtsgericht/Münchener Straße und auf dem Gehweg am Fehlbach Radfahrer gestoppt, die Verkehrstauglichkeit der Räder unter die Lupe genommen und Strafen verhängt hatte.

Vorsitzender Horst Weise begrüßt es zwar, dass „endlich auch die Behörden zur Kenntnis genommen haben, dass die Zahl der Fahrradunfälle in Erding steigt“. Die Reaktion der Inspektion sei jedoch die falsche gewesen, so Weise. „An keinem der drei Orte passierten bisher Unfälle, weder mit Fußgängern noch mit dem motorisierten Verkehr,“ so der ADFC-Chef. „Folglich hatte diese Aktion nur den Sinn, Radfahrer vor sich selbst zu schützen.“ Sein Verdacht: Die Kontrollen sollen vorrangig die Statistik aufhübschen.

Weise berichtet, dass er von der Polizei oft zu hören bekomme, es gebe zu wenig Beamte. Er fragt sich: „Wenn nun schon Aktionen durchgeführt werden, um Unfälle mit Radfahrern zu vermeiden – warum richten sich diese dann gegen Radfahrer?“ Unfalluntersuchungen hätten bisher gezeigt, dass Kraftfahrzeugführer in mehr als 90 Prozent der Fälle Hauptverursacher der Kollisionen mit Radfahrerbeteiligung seien. Häufigste Ursachen sind laut Weise „eindeutig fahrlässig abbiegende Autos und Lastwagen“. Andere verletzungsträchtige Ereignisse seien das Vorbeifahren oder Touchieren wegen zu knappen Abstandes.

Der ADFC blickt ein paar Jahre zurück: Früher seien viele Radler auf schlechten Farbahnen gestürzt. Die größte Bedrohung heute seien rücksichtslose motorisierte Verkehrsteilnehmer. Daher fordere man die Polizei auf, an den unfallträchtigen (Abbiege-)Stellen zu kontrollieren, etwa vor dem Fliegerhorst, an der Kreuzung Sigwolfstraße/Anton-Bruckner-Straße oder am Knoten Dorfener Straße/Am Bahnhof. Gleiches gelte für die Zufahrten zu Tankstellen. Weise: „Diese ernst zu nehmende Bedrohungslage hält mittlerweile viele Erdinger davon ab, überhaupt noch per Rad in die Stadt zu fahren. Das gilt leider auch für Schüler, weil deren Eltern es verbieten.“ Die Folge: Der Autoverkehr nehme weiter zu.

Der ADFC wünscht sich, nach dem Vorbild des Stadtparks weitere verkehrsberuhigte Bereiche für Radler freizugeben – nicht zuletzt als Schutzraum.

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