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Aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen die Besucher, als sie bei Brigitte Schwarz (l.) und deren Enkelin Theresa den bayerischen Christkindlmarkt und 50 Krippen besichtigten. 

KBW-Adventskalender: „Auf Weihnachtn zua“ 

50 Krippen aus aller Welt

Erding - Zu Gast bei Familie Schwarz waren 15 Erdinger im Rahmen der KBW-Veranstaltungsreihe „Auf Weihnachtn zua“. Die Begeisterung war angesichts 50 Krippen aus aller Herren Länder groß.

In freudiger Erwartung kamen 15 Bürger im Rahmen des Erdinger Adventskalenders ins private Weihnachtszimmer von Familie Schwarz. Das, was Brigitte Schwarz dort aufgebaut hat und alle Besucher besichtigen durften, war atemberaubend. Ein bayerischer Christkindlmarkt erstreckte sich über den ersten Stock, außerdem gab es 50 Krippen aus aller Welt – unter anderem Spanien, Afrika, Südamerika, Mexiko und Thailand zu bestaunen.

Auf dem Christkindlmarkt waren viele Handwerksbuden zu sehen – mit einer Gastwirtschaft und Köchen davor. Man entdeckte Nähzeug in Miniaturformat, Nähfadenrollen, einen Stand mit Kerzen, Obst und Gemüse, Fleischwaren (mit in Scheiben geschnittenem Leberkäs), Torten, Brotwaren und sogar ein Mini-Croissant. Elegant gekleidete Damen wurden beim Einkaufen gesichtet, es gab alte Schlitten, Kinderwagen oder einen Korbmacher, einen Bibliotheksraum mit Büchern und altertümlichen Stühlen, davor ein Regal mit Wasserkrügen und Nachthaferln.

Die kleinen Kerzen und Wachswaren hat Brigitte Schwarz zum Teil selbst gefertigt. Immer wieder entdeckten die staunenden Besucher neue Details, die die Gastgeberin liebevoll arrangiert hatte. Auch Rauschgoldengel und selbst gemachte Wachsstöcke waren im Zimmer verteilt.

Die ausgestellten Krippen sind aus Holz, Maisblättern, Keramik, Weinkorken, Ton, Gips oder Reisig gefertigt. Die Figuren sind zwischen einem und 30 Zentimeter groß, mal schön geschnitzt, mal mit einfachen Gesichtern, mal prunkvoll. Sogar ein Puzzle diente als Krippe – und auch eine gestickte Krippe konnte bewundert werden. Dass man eine Krippe auch in einem kleinen Schrank unterbringen kann, das brachte so manchen Besucher zum Staunen. Immer wieder, je nach Standpunkt, konnte man Neues entdecken. Eine kleine Kiste barg die Geburt Christi in 3D-Format: das entfernt liegende Jerusalem, der Weg nach Bethlehem und die Krippe mit der Heiligen Familie und vielen Tieren. Rund 100 Figuren auf engstem Raum, und trotzdem waren die Gesichter deutlich zu erkennen.

In einem anderen Zimmer waren Fatschenkinder in allen Größen zu sehen. Die hatte Gastgeberin Schwarz ebenfalls selbst hergestellt. Eine Besucherin stellte treffend fest: „Hier ist die ganze Welt zu Hause.“

Beim gemeinsamen Punsch erzählte Brigitte Schwarz, wie ihre Kripperl-Leidenschaft entstanden ist. Die gelernte Schneiderin ist in Erding geboren und aufgewachsen, hat aber 40 Jahre in Freising gelebt. Dort hatte sie sich in der Pfarrei engagiert und die Bekleidung der 145 Krippenfiguren genäht. Zum Einsatz kamen alle Stoffe, die sie zu Hause hatte. Die Krippe ist in der Pfarrei Freising-Lerchenfeld immer mittwochnachmittags zu besichtigen und, wie Schwarz schwärmt, „insbesondere wegen der schönen Kleidung der Heiligen Drei Könige eine Reise wert“.

Enkelin Theresa hatte keine Scheu vor den Gästen und sang noch ein Lied über die Adventskerzen, ehe Heike Kronseder zum Aufbruch mahnte, denn die halbe Stunde Besuchszeit war längst überschritten. Die Gäste waren sich einig, dass das Haus „ein Schatzkasterl“ ist und nächstes Jahr wieder im Programm des Erdinger Adventskalenders einen Platz finden sollte.

Auf Weihnachtn zua

heißt der Adventskalender des Katholischen Bildungswerks. Jeden Tag gibt es eine 30-minütige Veranstaltung. Heute um 16 Uhr zeigt Heike Kronseder im Museum Erding verborgene Schätze. (Elvi Reichert)

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