Landratsamt übernimmt Initiative in Sachen Beratungsstellen

Familienberatung auf dem Land

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Erding - Gemeinden können Beratungsstellen einrichten. Der Landkreis übernimmt die Koordinierung.

Eine Familienberatungsstelle in der Nachbarschaft – für die meisten Menschen im Flächenlandkreis Erding scheint das ein weit entfernter Wunsch zu sein. Mit dem Konzept der Familienstützpunkte könnte das aber Realität werden. Das Landratsamt übernimmt jetzt die Initiative und fragt bei den Gemeinden an, ob Interesse an der Einrichtung der dezentralen Stützpunkte besteht.

Diesen Auftrag erteilte der Jugendhilfeausschuss der Verwaltung gestern per einstimmigem Beschluss. Bei entsprechender Resonanz wird für den Landkreis ein Familienbildungskonzept erstellt. Dieses ist notwendig, um eine Förderung des Freistaats zu erhalten.

Das sei ein Angebot des Landkreises an die Gemeinden, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer. Die Kreisverwaltung bezeichnet es als „zusätzliche Serviceleistung“. Sie stehe allen interessierten Familien zur Verfügung. Das sei aus Sicht der Jugendhilfe vor allem positiv, da so Familien erreicht werden könnten, bevor Probleme bestehen.

„Wir übernehmen die Koordinierung, sie stellen die Räume zur Verfügung“, schilderte Bayerstorfer die Kooperation. Angesiedelt werden kann ein Familienstützpunkt zum Beispiel in bestehenden Schulen oder Kindergärten.

Die Förderung bemisst sich nach der Zahl neugeborener Kinder pro Jahr. Bei rund 1250 Neugeborenen im Jahr könnten das für den Landkreis jährlich 50 000 Euro sein, ab dem dritten Jahr 37 500 Euro.

Die Personalkosten für die Koordinierungsstelle schätzt das Landratsamt auf 45 000 Euro. Vor Ort sollen die Kommunen oder freien Träger die laufenden Kosten für Personal, Räumlichkeiten und Betrieb übernehmen. Schließlich würden die jeweiligen Gemeindebürger davon profitieren.

Im Rahmen der Bildungsregion wurde das Projekt befürwortet. Den Prüfauftrag zur Errichtung von Familienstützpunkten hat die CSU-Fraktion gestellt.

Von Timo Aichele

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