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Genießen den Fasching (v. l.): das Kinderprinzenpaar Jakob I. und Coco Valentina I., das Prinzenpaar Tabea I. und Max III. und Narrhalla-Senatorin Sandra Angermaier. 

Fasching in Erding 

Auf die unendliche Narretei

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Vielfältig und traditionsreich ist der Fasching in Erding. Das zeigte die Ausstellung zum 88. Bestehen der Narrhalla im Frauenkircherl. Sandra Angermaier hatte sie konzipiert und freute sich über viele Besucher.

Erding– Bevor für die Narrhalla am Wochenende der Faschingsendspurt eingeläutet wird, trafen sich viele ihrer Aktiven, ehemalige Prinzen und Prinzessinnen, Gardemädchen, Senatoren, Ehrensenatoren und Stadträte zur Finissage der Ausstellung im Frauenkircherl.

Lächelnd, erstaunt und begeistert verfolgten sie unter anderem Bilder aus früheren Jahren, die an die Wand projiziert wurden – bewegte Erinnerungen an eine Zeit, als die Gardemädchen noch Degen trugen und die Frisuren der Damen imposant toupiert waren.

„Wunderschön dekoriert“ fand nicht nur Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair das Frauenkircherl. Gleich ins Auge stießen dem Besucher eine Kutsche und ein alter Schlitten, der die Historie der Narretei aufzeigen sollte. Eine Wand im Frauenkircherl zierten Fotos aller Narrhalla-Prinzenpaare seit dem Jahr 1930 und die Orden dazu. Die Tollitäten damals waren Prinz Josef I. (Schiml) und Prinzessin Annie I. (Empl). Heuer regieren Tabea I. von HipHop und Fagott sowie Max III. von Taktstock und Touchdown. Sie zeigten ebenso ihren Prinzenwalzer wie das Kinderprinzenpaar Coco Valentina I. von Glitter und Glimmer und Jakob I. der Trommelwirbel.

„Es war mir ein Vergnügen, in den Archiven zu stöbern und Sachen zu finden. Und es war wunderbar, dass Ihr mich alle so unterstützt habt“, sagte Organisatorin Sandra Angermaier. Die Narrhalla-Senatorin hat ein Faible für Geschichte und engagiert sich auch als Geschäftsführerin des Kreisvereins für Heimatschutz und Denkmalpflege. Ein Glücksfall für die Narrhalla, die 88-jähriges Bestehen feiert, denn der Ausstellungsbestand geht jetzt – bis auf die geliehenen Objekte – ins Archiv der Faschingsgesellschaft.

„In Erding wurde Fasching schon 1635 gefeiert. Das ist belegt“, erzählte Angermaier den versammelten Gästen. Damals hatte es eine nächtliche Schlittenfahrt mit Schellenkostümen und schaurigen Masken gegeben – trotz Verbots des Kurfürsten. Zwischen 1827 bis 1914 fanden in Erding jedes Jahr Faschingszüge statt. Zeugnis davon gaben Repros von zwei Plakaten vom internationalen Pferderennen 1886 und dem China-Fasching 1890.

Die Besucher erfuhren auch, dass die Narrhalla-Standarte ursprünglich aus Salzburg stammt. Damals habe es gute Kontakte zur Faschingsgesellschaft dort gegeben. Heute sind die Roten Funken in Köln die Narrhalla-Paten. Und warum 88 Jahre Narrhalla ein Grund zum Feiern sind, erklärte Angermaier so: „Die 11 ist seit jeher die Zahl des Narren. Und die 8 steht für Unendlichkeit.“

Bis die Narretei heuer vorbei ist, hat die Narrhalla noch viel vor. Nach dem ausverkauften Prinzenball am Samstag in der Stadthalle präsentiert sie am Sonntag ab 13.30 Uhr bei der Narrenschranne auf dem Schrannenplatz nochmals ihr Programm mit Prinzenpaaren, Garde, Funkenmariechen und Kasperltheater – kostenlos für alle Bürger.

von Gabi Zierz

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