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Er teilte mächtig aus: MdB Thomas Sattelberger (stehend) im Kreise seiner Erdinger FDP-Mitstreiter um Kreisvorsitzenden Thomas Schuster (l.).

Politischer Aschermittwoch der FDP

FDP: „Die Arroganz der CSU stoppen“

Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger hatte beim Politischen Aschermittwoch der Kreis-FDP vor allem eins im Visier: die CSU. Deren Konzept bezeichnete er als „folkloristisches Herumgetanze“.

Erding Mehr als sechs Prozent wünscht sich der Münchner FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger für seine Partei bei den Landtagswahlen im Oktober. Zudem, forderte er die Mitglieder des Erdinger Kreisverbands beim Politischen Aschermittwoch im Hotel Kastanienhof auf, „müssen wir versuchen, junge Wähler für unsere Partei zu begeistern und den Mittelstand zu mobilisieren“. Es gebe überhaupt keinen Grund, bei der Wahl zu verzagen – „wir müssen nur klar unsere Oppositionsrolle spielen“.

Auch Christian Korn aus Dorfen, Direktkandidat der FDP im Erdinger Wahlkreis, sieht dringende Notwendigkeit, „die Arroganz der CSU zu stoppen. Was diese Partei sich beim Umgang mit der dritten Startbahn am Flughafen, der Digitalisierung in den Schulen und bei der Vergabe von Grundstücken erlaubt, ist nicht zu fassen“.

„Wir hingegen sind eine Partei mit Charakter“, meinte Sattelberger. Der 69-jährige Ex-Manager, der Leitungspositionen in mehreren Dax-Unternehmen innehatte, trat 2015 in die FDP ein und vertritt die Parteiinteressen des Landkreises im Bundestag. „Zukunft muss diskutiert werden, auch wenn das manchmal wehtut. So sind wir beispielsweise bei der Digitalisierung gut im Heute, haben aber keine Vision für morgen.“

Was die CSU derzeit umtreibe – Obergrenze, Heimat, Mütterrente – seien Themen der Vergangenheit. Ihre Politik bedeute Lähmung. Horst Seehofer könne jetzt selbst Mitglied in jenem Kabinett werden, dem er vor Jahresfrist eine Herrschaft des Unrechts vorgeworfen habe, so Sattelberger. Markus Söder hält er vor, dieselbe Grenzschutzpolizei wieder einzuführen, die Edmund Stoiber 1998 abgeschafft habe: „Das ist doch nichts anderes als folkloristisches Herumgetanze. Es wäre doch weit sinnvoller, Wlan an allen öffentlichen Plätzen einzuführen als das so genannte Baukindergeld. Denn das erhalten junge Leute doch erst, wenn sie geheiratet und Kinder haben – ein ganz typisches CSU-Zwangskonzept“. Das Zehn-Punkte-Programm der Union müsse keinem in der FDP Sorgen machen, „auch wenn Söder ständig versucht, uns zu marginalisieren. Letztlich entscheidet der Wähler, nicht Herr Söder“.

Danach wurden Themen wie Arbeitsrecht, Frauenquote und politische Bildung in Schulen diskutiert. Sattelberger: „Hier in Bayern fehlen nicht nur Computer, sondern vor allem gut darin ausgebildete Lehrer. Und ein anderer Bildungsminister wäre auch nicht schlecht.“ 

Friedbert Holz

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