Experten in Sachen Wild (v. l.): Revierpächter Georg Brummer, KJV-Vorsitzender Thomas Schreder und Dr. Daniel Hoffmann haben einen Feldhasen gefangen. Nach der Untersuchung wurde er wieder laufen gelassen. (Foto: Ostermaier)

Dem Feldhasen das Leben leichter machen

Landkreis - Was kann man für den Feldhasen tun? Wie sind Fasan und Rebhuhn sozusagen bei der Stange zu halten? Darüber machen sich die Jäger im Landkreis Gedanken. Zuletzt in einem Seminar in Moosinning.

Den Niederwildarten wie Hase, Fasan und Rebhuhn geht es in Bayern nicht mehr so richtig gu. Also wird deren Bejagung in vielen Regionen nur noch sehr moderat durchgeführt. Auch im Landkreis Erding ist dieser Trend zu erkennen. Daher möchten heimischen die Jäger etwas zum Schutz des Niederwilds beitragen.

Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands (KJV) Erding, Thomas Schreder, beschreibt die Situation so: „Viele Faktoren beeinflussen die Lebensbedingungen des Feldhasen bei uns. Dabei spielt die jagdliche Entnahme eine eher untergeordnete Rolle. Fressfeinde, Witterung und die Verfügbarkeit von artgerechtem Lebensraum mit der notwendigen Nahrung machen den Tieren weit mehr zu schaffen.“ Daher habe es sich der Kreisjagdverband Erding (KJV) zur Aufgabe gemacht, unterstützend einzugreifen.

Zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband (BJV) fand kürzlich ein überaus gut besuchtes Seminar zur Lock- und Reizjagd statt. Ziel des Seminars war es, neueste Erkenntnisse und Erfahrungen über die jagdlichen Möglichkeiten bei der Jagd auf Fuchs und Rabenkrähe zu vermitteln. Der „Wild und Hund“- Experte Klaus Demmel hielt dazu ein Referat. „Insbesondere die lokal zunehmenden Rabenkrähenbestände machen auch der Landwirtschaft zu schaffen, somit ist die gesetzeskonforme Bejagung auch im Interesse der Landwirte“, sagt Schreder.

Neben der Bejagung diser Fressfeinde des Niederwilds sei aber auch die Erforschung der Lebensgewohnheiten des Feldhasen von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang werden in drei Landkreisen Bayerns (Nördlingen, Ochsenfurt, Erding) Feldhasen gefangen, mit Telemetriesendern ausgestattet und auf ihren allgemeinen Gesundheitszustand hin untersucht. Rund ein Duzend Jäger haben sich an dieser Fangaktion beteiligt. Die Wissenschaftler erwarten sich aus den eingehenden Daten Aufschluss darüber, wo sich die Feldhasen am liebsten aufhalten und welche landwirtschaftliche Bewirtschaftung ihnen am besten zusagt.

Zusätzlich zu diesem wissenschaftlichen Projekt sind viele Revierinhaber des Landkreises im Rahmen der so genannten Frühjahrszählung zur Zeit in der Nacht unterwegs, um mit großen Scheinwerfern die Felder nach Feldhasen abzusuchen. Diplom-Biologe Schreder: „Es ist wichtig für uns, wissenschaftlich abgesicherte Daten zu bekommen, um zielgerichtet etwas für unser Niederwild unternehmen zu können.“

Er bedankt sich aber auch bei der Landwirtschaft. Laut BBV sind im letzten Jahr in ganz Bayern rund 1800 Hektar wildtiergerechte Zwischenfrüchte angebaut worden und somit wertvolle Lebensräume für Hase, Fasan und viele andere Wildarten entstanden. Auch heuer vermittelt der Bayerische Jagdverband eine Förderung beim Kauf von Saatgut. „Diese Zusammenarbeit gilt es weiter auszubauen und parallel zu forschen, damit wir auch unseren Kindern noch frei lebende Feldhasen in den Erdinger Feldern zeigen können“, fordert Schreder. ml

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