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Bestens integriert bei der Feuerwehr Erding ist „Bufdi“ Maximilian Strube (r.), hier mit Stadtbrandinspektor und Kommandant Markus Gebauer sowie den Gerätewarten Benjamin Löffelmann und Michael Neumaier (v.  l.). 

Feuerwehr Erding bietet seit 2016 Bundesfreiwilligendienst an – Max Strube ist schon der Dritte

Ein soziales Jahr für Technikbegeisterte

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Bei der Feuerwehr Erding gibt es ein ganz besonders Job-Angebot: den Bundesfreiwilligendienst. Wir haben mit einem der Bufdis und seinen Vorgesetzten gesprochen.

Erding – Maximilian Strube gehört dem ersten Corona-Abiturjahrgang an. Als er im Sommer 2020 seine Hochschulreife in den Händen hielt, war absehbar, dass die Universitäten pandemiebedingt noch weit vom Normalbetrieb entfernt sind. Zudem wollte der 18-Jährige ohnehin erst mal eine Auszeit nehmen, um sich zu orientieren. Nun hat er eine Aufgabe gefunden, die ihn weiterbringt und den Erdinger zudem optimal fürs angestrebte Studium im Bereich Bauingenieurwesen weiterbringt: Strube ist Bundesfreiwilligendienstleistender (Bufdi“) bei der Freiwilligen Feuerwehr Erding.

Sie ist die einzige Feuerwehr im Landkreis, die den Bundesfreiwilligendienst anbietet. Strube ist hier bereits der dritte Bufdi, auch eine junge Frau hat das aufregende und vielseitige soziale Jahr schon bei der Erdinger Feuerwehr absolviert. Für die sind die Bufdis eine wertvolle Unterstützung.

Strube besuchte nach der Grundschule am Lodererplatz bis voriges Jahr das Korbinian-Aigner-Gymnasium. Bei der Feuerwehr ist er bereits seit 2014. Er begann in der Jugendgruppe, seit 2019 gehört er der aktiven Mannschaft an. „Ich wollte nach dem Abi etwas Sinnvolles machen, nicht einfach nur ein Jahr rumsitzen, ehe ich mit dem Studium beginne“, erzählt er. Er sei technisch sehr interessiert, und eine Feuerwehr habe hier viel zu bieten, berichtet Strube. Als Bufdi könne er intensiv hinter die Kulissen der Feuerwehr blicken. Nicht zuletzt reize es ihn, rund um die Uhr einsatzbereit zu sein, um Menschenleben zu retten. Der Bufdi-Dienst könnte zugleich die Startrampe für Strubes berufliche Karriere werden. „Vielleicht gehe ich später mal hauptamtlich zu einer Feuerwehr“, blickt er in die Zukunft. Am 1. September vergangenen Jahres trat er seinen Dienst an, den er mit 414 Euro monatlich auch ein bisschen vergütet bekommt.

In der Wache an der Lebzelterstraße hat er feste Aufgaben. Mit den beiden hauptberuflichen Gerätewarten Benjamin Löffelmann und Michael Neumaier sorgt Strube dafür, dass die Wagenhalle immer tip top ist. Er kümmert sich auch um die Pflege der insgesamt zwölf Fahrzeuge. Denn die Löschfahrzeuge müssen nach jedem Einsatz gereinigt und für den nächsten Alarm gerüstet werden. Zudem erstellt er Unterlagen für die Unterweisung der Aktiven für den Umgang mit den einzelnen Fahrzeugen. Als Bufdi ist er fünf Tage die Woche im Gerätehaus. Klingelt der Piepser, rückt er wie seine Kameraden rund um die Uhr aus.

Für Stadtbrandinspektor und Kommandant Markus Gebauer sind die Bufdis eine wertvolle Unterstützung. „Wir haben immer mehr Aufgaben, Fahrzeuge und Unterstützung. Unsere Arbeit wird laufend komplexer. Da freuen wir uns über jede profunde Unterstützung“, erklärt der Chef der Truppe. Strube ergänzt, dass er auch zahlreiche Prüfaufgaben an Fahrzeugen und Ausrüstung vornehme. Zudem werden von der Erdinger Feuerwehr auch Fahrzeuge und Ausrüstung der Langengeislinger Kameraden mitbetreut.

Seit 2016 gibt es bei der Feuerwehr Erding Bundesfreiwilligendienstleistende. Die Stelle hat Gebauers Vorgänger Manfred Kordick bei der Stadt ausgehandelt. Wegen des Jugendarbeitsschutzgesetzes muss jedem Bufdi ein hauptamtlicher Betreuer zur Seite stehen. Das sind die beiden Gerätewarte, die ebenfalls froh über die engagierte Unterstützung sind. Neumaier ist Kfz-Mechatroniker, Löffelmann Schreiner. Ihr Wissen geben sie gerne an die Bufdis weiter.

„Der Bundesfreiwilligendienst ist für uns eine gute Möglichkeit, Interesse am Berufsbild Feuerwehr zu wecken“, erzählt Gebauer. Die Bufdis würden die gesamte Breite der Brandschützer kennen lernen. „Wir haben mit allen Drei sehr gute Erfahrungen gemacht, sie sind eine große Hilfe“, bilanziert der Kommandant das freiwillige soziale Jahr.

Der Bundesfreiwilligendienst bei der Erdinger Feuerwehr ist begehrt. „Wir haben die Stelle ganz am Anfang einmal ausgeschrieben und sind von Anfragen überrollt worden“, berichtet Gebauer. Auch aus der eigenen Mannschaft gebe es etliche, die in Erding gerne Bufdi sein wollen. Deshalb soll es diese Möglichkeit auch in den kommenden Jahren geben. Die Auswahl wird im Rathaus getroffen.

Informationen

über den Bundesfreiwilligendienst bei der Erdinger Feuerwehr gibt es auf www.feuerwehr-erding.de oder unter Tel. (0 81 22) 1 80 35 00. Bufdis müssen mindestens 16 Jahre alt sein, technisches Interesse und handwerkliche Fähigkeiten mitbringen.

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