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Seit den 80er Jahren Anlaufstelle für alle Feuerwehren im Landkreis: das Service- und Ausbildungszentrum am Gerätehaus an der Lebzelterstraße in Erding. 

Mit dem Bau zweier Wachen entsteht modernes Servicezentrum

Herz der Feuerwehr

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Feuerwehren Erding und Altenerding bekommen in den nächsten Jahren moderne und größere Gerätehäuser. An dieses Millionenprojekt der Stadt Erding dockt der Landkreis an – mit einem neuen Feuerwehr-Servicezentrum.

Erding – Der alte Standort an der Wache der Feuerwehr Erding an der Lebzelterstraße muss weichen. Er ist zudem nach 30 Jahren zu klein und nicht mehr zeitgemäß.

Mit dem Servicezentrum haben alle Landkreis-Wehren eine Anlaufstelle für Schutzausrüstung, Reinigung der Einsatzkleidung, Wartung der Atemschutzgeräte, aber auch für Ausbildung und Katastrophenschutz. Der Kreisausschuss stimmte dem Vorhaben zu. Dabei hatten die Kreisräte auch die wichtige Drehscheibenfunktion des Servicezentrums in der Hochphase der Corona-Pandemie sowie während der jüngsten Hochwasserkatastrophen noch in Erinnerung.

Kreisbrandrat Willi Vogl berichtete im Ausschuss, dass das Servicezentrum seit 1989 eine zentrale Funktion im Brandschutz des gesamten Landkreises einnehme. Hier werde dafür gesorgt, dass auch kleinere Feuerwehren über gut ausgebildete Einsatzkräfte sowie top gewartete und instandgesetzte Ausrüstung verfügten. Als Beispiele nannte er die Atemschutzwerkstatt sowie Prüfung von Sprungrettern und Hebekissen, die Ausgabe von Sanitätsmaterial und Schutzkleidung. „Das kann nicht jede Feuerwehr für sich machen“, so Vogl.

Bei der Aus- und Weiterbildung nehme das Servicezentrum eine immer wichtigere Rolle ein. „Früher sind die Aktiven auf die staatlichen Feuerwehrschulen gegangen, etwa in der Maschinistenausbildung. Heute ist das aus Kapazitätsgründen gar nicht mehr möglich. Das hat die zentrale Einrichtung des Landkreises übernommen.“ Der Vorteil: Alle Feuerwehrleute seien auf demselben Stand, das Wissen werde wohnortnah vermittelt.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) erinnerte daran, dass während der Hochzeit der Corona-Pandemie hier große Mengen an Desinfektionsmittel angesetzt worden seien und die Einsatzkräfte täglich zwischen 7 und 19 Uhr Schutzkleidung und -ausrüstung erhalten hätten. Vogl wiederum blickte auf die Hochwasserkatastrophen in jüngerer Zeit zurück, als am Servicezentrum Zehntausende Sandsäcke befüllt wurden, mittlerweile mit einer eigenen Maschine.

Hans Wiesmaier (CSU) erkundigte sich nach der Größenordnung des Projekts. Willi Vogl sprach von etwa 4000 Quadratmetern – inklusive Räumlichkeiten für die Kreiseinsatzzentrale bei Großschadenslagen. Kreisbrand- und Landrat gaben zu bedenken, ausreichend Lagerkapazitäten zu schaffen – vor allem, um im Katastrophenfall schnell eingreifen zu können. Derzeit nutze der Landkreis das Feuerwehr-Depot der Stadt am Kronthaler Weiher mit.

Fest steht bislang nur, dass die neuen Gerätehäuser an der Münchener Straße/Wendelsteinstraße in Altenerding sowie am Stadion in Erding gebaut werden. Wo das Servicezentrum angedockt wird, ist ebenso noch offen wie die Fragen nach Baubeginn und -kosten. Den Beschluss zum großen Wurf fasste der Kreisausschuss einstimmig. ham

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