Neues Tanklöschfahrzeug TLF 4000 

Feuerwehrauto mit 62 WochenLieferzeit

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25 Jahre hat das Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 der Feuerwehr Erding auf dem Buckel. Ersatz dafür ist auf dem Weg, hat aber eine Lieferzeit von 62 Wochen.

Erding– Das Einsatzspektrum der Freiwilligen Feuerwehren wird immer größer, die Aufgaben vielfältiger. Da ist es wichtig, technisch auf dem neuesten Stand zu sein. So stand die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeugs TLF 4000 für die Erdinger Wehr an. Es soll das 25 Jahre alte TLF 24/50 ersetzen.

Das neue TLF 4000 wird die Firma Josef Lentner aus Hohenlinden bauen. Sie hatte das einzige Angebot in dieser europaweiten Ausschreibung abgegeben. Dabei hatten sieben Firmen die Unterlagen angefordert. Das machte Helga Stieglmeier (Grüne) stutzig, als die Vergabe am Dienstagabend im Stadtrat auf der Tagesordnung stand: „Ich wundere mich darüber, dass nur ein Angebot zurückgekommen ist.“ Sie erinnerte an den erst wenige Jahre zurückliegenden Skandal um das Feuerwehrfahrzeuge-Kartell. Damals hatten sich mehrere etablierte Hersteller zu Preisabsprachen zu Lasten der Kommunen zusammengetan.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) konnte Stieglmeiers Einwand nachvollziehen, erklärte aber, die Ausschreibung sei völlig korrekt verlaufen, „alles andere sind Spekulationen“. Er sagte, die Stadt sei seinerzeit Musterkläger gewesen. Damals hatte sie im Rahmen des Gerichtsverfahrens knapp 7400 Euro zurückerstattet bekommen. Es sei aber nicht nur um den finanziellen Schaden für die Kommunen, sondern vielmehr darum gegangen, „dass das Engagement und der Erfindungsreichtum der vielen Ehrenamtlichen schamlos ausgenutzt wird“, so Gotz.

Kreisbrandrat Willi Vogl (CSU) stellte klar, dass die Firma Lentner nicht im Feuerwehrfahrzeuge-Kartell dabei war. Er konnte das einzige Angebot auch erklären: „Viele Fahrzeuge sind speziell aufgebaut. Da ist die Neugierde bei allen da, zu erfahren, wo die Entwicklung hingeht und was die Feuerwehren wollen. Derzeit sind die Auftragsbücher aber voll. So wird der Aufwand fürs Angebot gescheut.“

Das neue TLF 4000 wird knapp 474 000 Euro kosten. Zieht man den staatlichen Zuschuss ab, bleiben für die Stadt knapp 364 000 Euro. Bis das neue Gefährt 2018 ausgeliefert wird, ist das alte noch im Einsatz. Deshalb muss es nachgerüstet und ertüchtigt werden. Das koste zwischen 3000 bis 5000 Euro, erklärte Gotz nach Rücksprache mit Feuerwehrreferent Hans Schmidmayer.

Helmut Proißl, in der Stadtverwaltung fürs Feuerwehrwesen zuständig, sagte, es seien Schweißarbeiten am Fahrzeugrahmen notwendig. Dies habe die Sicherheitsprüfung ergeben. Würde dies nicht in einem bestimmten Zeitraum durchgeführt, müsse das Fahrzeug stillgelegt werden.

Die Stadträte hatten nichts gegen die Ertüchtigung des TLF 24/50 einzuwenden, zumal es die Stadt zum Verkauf ausschreiben will. Ein erster Interessent habe bereits 15 000 Euro dafür geboten. Das Altfahrzeug kostenlos dem Verein Orienthelfer zu übergeben, klappt nicht. Der Verein des Münchner Kabarettisten Christian Springer hat wegen fehlender Lagermöglichkeiten abgelehnt.

Gabi Zierz

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