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Fiese Fasern - Gefahr für Rettungskräfte

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Auch leichte Brände können schwere Folgeschäden nach sich ziehen. F.: sin

Erding - In immer mehr Fahrzeugen werden Faserverbundwerkstoffe verarbeitet. Im Unglücksfall können diese die Retter und die umliegende Bevölkerung schädigen.

Asbest ist passé, giftige Faserverbundwerkstoffe (CFK) allgegenwärtig. Dies verdeutlichte Norbert Scholz von der Arbeitsgruppe für Technische Untersuchungen (AGTU) des Luftwaffeninstandhaltungsregimentes 1 einigen Führungskräften von Feuerwehr, THW und Rettungsdienst in dem Vortrag „Gefahrgut – Einsatzgrundsätze bei Bränden mit CFK“ im Schulungsraum der Erdinger Feuerwehr.

Kohlenstoff-Fasern, die meist in mehreren Lagen als Verstärkung in Kunststoff eingebettet werden, finden immer dann Verwendung, wenn hohe Festigkeit und Steifigkeit gefordert wird. Verunfallen diese Fahrzeuge jedoch, ergeben sich für die Personen, die bei der Brandbekämpfung, Rettung und Untersuchung eingesetzt werden, nicht unerhebliche Gefahren durch die lugenschädigenden und krebserregenden Fasern.

Ein Militärflughafen und ein ziviler Großflughafen im Landkreis seien Grund genug, so Scholz, die Rettungskräfte für dieses noch weitgehend unbekannte Thema zu sensibilisieren. So besteht zum Beispiel der neue Superflieger A 380 zu 22 Prozent (58 Tonnen) aus CFK. Für Rettungskräfte sei das Tragen von Schutzmasken und Schutzkleidung zwingend geboten, mahnte Scholz. Um sich vor Schnittverletzungen, die sich heftig entzünden können, zu schützen, müssten auch schnittfeste Handschuhe getragen werden.

Aber nicht nur die Einsatzkräfte seien Gefahren ausgesetzt. Es müssten auch umgehend Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden. Der Unfallort müsse weiträumig abgesperrt und evakuiert werden, erklärte der Ingenieur. Ein Radius von 300 Metern diene dabei nur als ungefährer Richtwert. Wind und Windrichtung seien zu beachten. Rettungshubschrauber, die die Einsatzstelle anfliegen, müssten in ausreichendem Sicherheitsabstand und an der windabgeneigten Seite zur Einsatzstelle zur Landung gehen, um mit den Rotoren nicht noch mehr giftige Stoffe und Fasern aufzuwirbeln.

Scholz zeigte den Rettern außerdem eine ganze Reihe weiterer Beispiele aus dem ganz Alltag, bei denen CFK eingesetzt ist: Autos, Lkw, Busse, Müllbehälter, Angelruten, Sportgeräte, Fahrräder seien nur ein kleiner Ausschnitt.

Norbert Simmet

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