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Klare Angelegenheit: Der Beschluss über die Fusion fiel am Mittwochabend in der Erdinger Stadthalle mit 77:2 Stimmen sehr deutlich aus. 

Filialen in Erding und Isen 

Klares Ja zur VR-Bank Fusion

Die Fusion der VR-Bank Erding und der VR-Bank Isen-Sempt hat die erste Hürde genommen: Die Erdinger Mitglieder stimmten mit 77:2 Stimmen zu. Gestern Abend folgte Teil zwei.

Erding Die Bankenlandschaft im Kreis Erding kommt in Bewegung: Mit dem Zusammenschluss der VR-Bank Erding und der Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt, den die Vertreterversammlung der VR Bank Erding am Mittwoch mit 77:2 Stimmen ohne weitere Diskussion gebilligt hat, entsteht eine genossenschaftliche Bank mit einer Bilanz-Summe jenseits der Milliardengrenze, gut 100 Millionen Euro Eigenkapital, 42 000 Kunden, 234 Mitarbeitern mit Sitz in Erding.

Dabei wird die VR-Bank Erding von der größeren Bank in Isen gewissermaßen geschluckt. Das hat steuerliche Gründe, wie Vorstand Hans Luber den Vertretern in der Stadthalle Erding erläuterte. Die Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt habe deutlich mehr Grundvermögen, was dazu führe, dass die Grunderwerbssteuer deutlich höher ausfallen würde.

Der Name VR-Bank Erding bleibt aber. Dafür wird die Bankleitzahl der Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt von der VR-Bank Erding übernommen. Alle Kunden bekommen neue EC-Karten, weil die IBAN sich dann natürlich für sie auch ändert.

Dieses Thema betraf auch die einzige überhaupt gestellte Frage: Ob es Übergangsfristen gebe. Diese gebe es, antwortete Luber: „Jahre!“ Das bedeutet: Kein Unternehmen, das seine Konten bei der VR-Bank Erding hat, muss seine Briefbögen in den Reißwolf tun.

Keine Filiale werde geschlossen, kein Arbeitsverhältnis beendet. Das waren weitere Zusagen der Vorstände, die sich selbst von dieser Zusage ein wenig ausnahmen: Für Josef Kressirer war es der Einstieg in den Abschied als Vorstand. 30 Jahre war er in leitender Stellung in dieser Bank. „Es war mir eine Ehre, für ein so traditionsreiches Haus tätig sein zu dürfen“, sagte er und erntete anhaltenden Beifall. Friedrich Reiser von der VR-Bank Isen Sempt nimmt auch seinen Abschied, allerdings erst Ende September.

Kressierer betonte, man fusioniere aus einer Position der Stärke heraus: In seinem letzten Geschäftsbericht sprach er von einer um sechs Prozent auf 442 Millionen Euro gestiegenen Bilanzsumme, von Kundeneinlagen, die „trotz der hohen Wettbewerbsintensität“ um 4,9 Prozent auf 335,2 Millionen Euro gesteigert werden konnten.

Die Ertragslage sei „zufriedenstellend“. Tatsächlich gibt es 2,5 Prozent Dividende auf die Anteile, 845 000 Euro werden in die Rücklagen eingestellt, ein Rest von unter 1000 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Versammlung billigte diesen Vorschlag zur Verwendung des Reingewinns einstimmig.

Der Verschmelzungsvertrag sieht vor, dass die Aufsichtsräte der beiden Banken zusammengeführt werden. Aufsichtsratsvorsitzender Michael Geser kann die ganze Mannschaft mitnehmen: Erstens wurden Dieter Horneck und Simon Mitterreiter einstimmig wiedergewählt, zweitens votierte die Versammlung einstimmig für die Nominierung der sechs Aufsichtsräte für den gemeinsamen Aufsichtsrat.

Gestern Abend hatte dann der fusionserfahrene Friedrich Ziller seinen großen Auftritt. Da tagte die Vertreterversammlung in Isen zum selben Thema. Das Ergebnis stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Diese Versammlungen allerdings werden gestrafft: Statt pro 50 wird es künftig nur noch pro 100 Mitglieder einen Vertreter geben. Die Versammlung wählte Josef Hintermaier, Otto Isemann, Georg Lippacher, Simon Lösch, Anton Winkler und Valy Zeiler einstimmig in den Wahlausschuss.

Von Klaus Kuhn

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