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Darsteller in „Ausgrissn“ (hinten, v. l.): Angelika Sedlmeier (sie spielt die Wirtin), Stephanie Liebl (Bedienung Kathl) und Winfried Frey (Stammtisch-Bertl) sowie (vorne, v. l.): Julian und Thomas  Wittmann.
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„Bleibt’s gschmeidig“ heißt der Song, den die Erdinger Band „DeSchoWieda“ eigens für den Abspann des Films „Ausgrissn“ komponiert hatte. Am Samstagabend spielten und sangen ihn die Musiker live in fünf Kinosälen.

Mit den Lengdorfern Julian und Thomas Wittmann

Filmpremiere in Erding: Ausgrissn – und die Liebe zur Heimat entdeckt

Großer Bahnhof bei der „Ausgrissn“-Filmpremiere am Samstagabend im Erding Cineplex-Kino: die Wittmann-Brüder Julian und Thomas fuhren mit ihren Mopeds vor.

VON THOMAS OBERMEIER

Erding– Großer Bahnhof bei der „Premiere Dahoam“ des Films „Ausgrissn! In der Lederhosn nach Las Vegas“ am Samstagabend im Erding Cineplex-Kino: Die beiden Hauptdarsteller Julian und Thomas Wittmann aus Lengdorf (27 und 24 Jahre alt) fuhren auf ihren Zündapp-Mopeds Alma und Berta an der Dorfener Straße vor, wo eine große Fangemeinde klatschend auf sie wartete.

Nach einem Fotoshooting präsentierten die Brüder, die den Film auch produziert haben, ihren 96-minütigen bayerischen Roadmovie mit Rahmenhandlung in fünf Sälen. In zweien nahmen die geladenen Gäste – darunter Mitwirkende, Freunde, Familien und Förderer – Platz. In drei weiteren Sälen kamen 155 Erdinger Fans in den Genuss des Films – unter Einhaltung coronabedingter Abstandsregeln.

Neben den Hauptdarstellern waren die Schauspieler Arnd Schimkat, Angelika Sedlmeier, Stephanie Liebl und Winfried Frey gekommen. Die Kabarettistin Monika Gruber, Hans Stadlbauer und Werner Rom mussten aus Termingründen passen. Gruber ist am kommenden Mittwoch bei der Premiere im Dorfener Tonwerk dabei.

Nach Filmende gingen die Wittmann-Brüder von Kinosaal zu Kinosaal und erzählten, wie sie auf die Idee zu dem Roadmovie gekommen sind: „Wir wollten unsere Leidenschaften – das Reisen und das Filme machen – miteinander verknüpfen. Es ist ein moderner Reisefilm entstanden.“ Eine Dokumentation mit fiktionalen Szenen. „Dafür haben wir einen szenischen Part geschrieben, der in einer Wirtschaft und dort auch auf der Toilette spielt. So werde deutlich, „warum wir ausgrissn und vo wos wir überhaupt ausgrissn san“.

Bei der Premiere dahoam gab es weitere Lokalmatadoren: Die Erdinger Band „DeSchoWieda“ begeisterte in jedem der fünf Kinosäle mit ihrem Lied „Bleibt’s gschmeidig“, den sie extra für den Abspann des Films komponiert hatte. Das Publikum klatschten bei dem unplugged-Auftritt gerne mit.

Am Donnerstag, 13. August, läuft „Ausgrissn“ offiziell in den deutschen Kinos an. Danach zeigt das Cineplex Erding den Film in so vielen Vorstellungen und Sälen wie möglich, um dem Andrang gerecht zu werden, erklärte Karin Glück. Der Film werde in Erding ab Freitag, 14. August, das ganze Wochenende über täglich in vier bis fünf großen Sälen zu sehen sein.

Darum geht’s in „Ausgrissn“: Auf zwei Mopeds mit Tempo 40 von Bayern 12 000 Kilometer nach Las Vegas – Julian und Thomas Wittmann tun einfach das, wovon jeder irgendwann träumt. Vorgezeichnete Lebenswege und die Enge ihres bayerischen Dorfes – beides wollen die sympathischen Brüder hinter sich lassen. Unvoreingenommen stürzen sie sich in ein großes Abenteuer. Erst tuckern sie auf ihren alten Zündapps durch Europa, setzen in Antwerpen auf einem Containerschiff über den Atlantik und landen schließlich mitten in New York auf dem Times Square.

In Washington stehen sie verloren vor dem Weißen Haus. In Nashville musizieren sie in ihrer Tracht. Auf schier endlos langen Straßen durchqueren sie die Wüste Nevadas und das Monument Valley, und erreichen schließlich das glitzernde Las Vegas. Auf ihrem Roadtrip treffen sie auf unterschiedlichste Menschen: Aussteiger, Hells Angels, Waffennarren. Erst viele tausend Kilometer von zuhause entfernt erkennen sie, was ihre bayerische Heimat ihnen bedeutet.

Die Zuschauer waren begeistert von „Ausgrissn“. Eine von ihnen war am Samstag Bettina Fiehl, ehemals Englischlehrerin von Thomas und Julian Wittmann an der Herzog-Tassilo-Realschule in Erding: „Mir hat der Film sehr gut gefallen. Da ich die Reise schon auf Facebook verfolgt habe, habe ich einige Sachen vermisst, wie das Riesen-Burger-Essen in Las Vegas. Dafür haben wir aber das Riesen-Steak-Essen gesehen. Ich finde es Wahnsinn, dass sich die beiden das getraut haben. Ich hätt’ mich das in dem Alter nicht getraut.“ Besonders haben Fiehl die Luftaufnahmen mit der Drohne beeindruckt.

Eines beschäftigte die Englisch-Lehrerin sehr: „Wenn ma an de Mama denga muss, fragt ma sich: ,Ham de dahoam amoi ogrufa? Da hab i mia scho Sorgen gmacht als ehemalige Schulmama.“ Die waren unbegründet, denn die Wittmann-Brüder blieben auf ihrer Reise natürlich mit der Heimat in Kontakt.

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