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An der Haager Straße zwischen Agip-Tankstelle  (r.) und Fischer’s Seniorenzentrum wird letzteres erweitert. Es soll mehr Platz für Betreutes Wohnen und Tagespflege entstehen, außerdem eine Demenzstation.

Erweiterung des Fischer’s Seniorenzentrums an der Haager Straße

Die Nachfrage nach Betreutem Wohnen ist riesig

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Um die große Nachfrage nach Betreutem Wohnen zu stillen, wird das Fischer’s Seniorenzentrum in Erding erweitert. Auch die Tagespflege soll mehr Plätze bekommen - und zudem eine Demenzstation neu errichtet werden.

Erding– Die Nachfrage nach Betreutem Wohnen in Erding ist groß. „Wir haben weit mehr als 100 Interessenten“, berichtete Matthias Vögele, Geschäftsführer der Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung, gestern in einem Bilanz-Pressegespräch. 48 Wohnungen gebe es im Fischer’s Seniorenzentrum, jetzt sollen nochmal so viele hinzukommen: Bekanntermaßen plant die Stiftung auf dem angrenzenden Grundstück an der Haager Straße eine Erweiterung.

Drei Baukörper auf 6000 Quadratmetern

„Heute geht man nur noch in den stationären Bereich, wenn man wirklich muss“, sagte Landrat und Stiftungsvorsitzender Martin Bayerstorfer. Betreutes Wohnen sei eine Wohnform der Zukunft. „Die Nachfrage ist riesig, darum haben wir das Grundstück erworben.“ Auf den rund 6000 Quadratmetern sollen drei Baukörper entstehen. Geplant ist neben der Erweiterung des Betreuten Wohnens (derzeit 50 Plätze) und der Tagespflege (derzeit 15 Plätze) auch eine Demenzstation.

Einrichtungen mit Angebot für weglaufgefährdete Personen gebe es im Landkreis nur in Wernhardsberg und Villa Moosen. „Es gibt aber immer mehr Weglaufgefährdete“, so Bayerstorfer. Sie bräuchten einen Bereich, in dem sie sich frei bewegen können und dennoch geschützt sind. „Das ist anspruchsvoll und teuer, aber wichtig“, ist der Landrat überzeugt. Kostenintensiv sei auch das Personal dafür. „Geld verdienen können wir da sicher nicht.“

Noch ist der Vorbescheid nicht genehmigt

Wann die Arbeiten starten, hänge davon ab, wann der Vorbescheid genehmigt wird. „Wir gehen davon aus, dass das zeitnah passiert“, sagte Bayerstorfer und zeigte Verständnis dafür, dass die Stadt Erding die „möglichen nachbarschützenden Rechte“ prüfe. Wie berichtet, gab es Kritik einiger Nachbarn an der Höhe der neuen Gebäude. „Wir sind der Meinung, dass die Rechte nicht betroffen sind“, stellte der Landrat klar: „Das Gebäude wird genau so, wie wir es vorgestellt haben.“ An den zwei beziehungsweise drei Geschossen ändere sich nichts. Das Maß der baulichen Nutzung orientiere sich an der Umgebungsbebauung – das Haus Friedrich etwa sei dreigeschossig. Zudem sollen die Abstandsflächen das vorgeschriebene Minimum sogar überschreiten.

Seniorenzentrum „auf der Erfolgswelle“

Insgesamt, so Bayerstorfer, sei das Seniorenzentrum „auf Erfolgswelle“. Ganz aktuell hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen den ambulanten Pflegedienst, in dem etwa 70 Personen betreut werden, wie im Vorjahr mit der Spitzennote 1,0 ausgezeichnet. Für den stationären Bereich (160 Betten) gab es bei der Qualitätsprüfung eine 1,1.

„Wir wissen, dass wir nicht immer die 1,0 schaffen können“, sagte Bayerstorfer und nannte ein Beispiel, das zu einer schlechteren Bewertung führen könne: „Wenn zu Zeiten, in denen ein Bewohner sprechfähig ist, nicht dokumentiert ist, was zum Beispiel seine Lieblingszahnpasta ist, dann ist das schon ein Dokumentationsfehler. Denn sollte er nicht mehr sprechen können, kann man das nicht mehr herausfinden.“ Was vielleicht kleinlich klinge, habe auch einen ernsten Hintergrund – immerhin könne der Mensch gegen einen Inhaltsstoff allergisch sein. Unbestreitbar sei, dass das Seniorenzentrum bei der Patientenzufriedenheit stets eine 1,0 erreiche.

Es werde „hervorragend gewirtschaftet“

Finanziell stehen Seniorenzentrum und Stiftung sehr gut da. Es werde „hervorragend gewirtschaftet“. War 2014 noch ein Fehlbetrag von 127 000 Euro zu verzeichnen, hat die Einrichtung 2018 einen Gewinn von 232 000 Euro erwirtschaftet.

Auch die Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung hat ihr Ergebnis deutlich steigern können. Der Überschuss 2018 beträgt 820 000 Euro, ein Plus von gut 100 000 Euro zum Vorjahr. Der Umsatz der Stiftung beträgt mehr als zehn Millionen Euro, die Bilanzsumme der Gesellschaft 40 Millionen Euro. Die Fischer’s Stiftungsverwaltungs-GmbH erwirtschafte seit 2014 positive Jahresergebnisse. Der Umsatz beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro pro Jahr.

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