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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Flächenverbrauch: Obergrenze ist realitätsfern und riskant

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Klingt gut, ist es aber nicht unbedingt. Redaktionsleiter Hans Moritz kommentiert den Streit um den Flächenverbrauch.

Da saust der Stift doch nur so übers Papier, wenn es um die Begrenzung des Flächenverbrauchs in Bayern geht. Über 13 Hektar werden nach Angaben der Initiatoren des Volksbegehrens „Betonflut eindämmen“ zugebaut – jeden Tag. Die Staatsregierung hat die Abstimmung nicht zugelassen – wegen verfassungsrechtlicher Bedenken, die kommunale Hoheit könnte ausgehöhlt werden. Es war die richtige Entscheidung.

Eine Obergrenze für jede Kommune, wie viel Land sie jedes Jahr verbrauchen darf, ist realitätsfern. Denn der Bedarf ist höchst unterschiedlich übers Land verteilt. Boom-Regionen haben einen höheren, Bezirke wie das nördliche Oberfranken so gut wie keinen.

Der Fehler des Volksbegehrens ist, dass es beim Flächenverbrauch überhaupt nicht differenziert. Die Frage ist berechtigt, ob jedes kleine Dorf ein großes Gewerbegebiet benötigt. Supermärkte verschlingen mit erdgeschossigen Gebäuden und riesigen Parkplätzen viel Land, anstatt (etwas teurer) in die Höhe oder Tiefe zu bauen.

Aber: Es gibt auch einen Flächenverbrauch, der Regionen wie das Erdinger Land entlastet beziehungsweise Menschen und Wirtschaft zuträglich ist. Wer Flächenverbrauch streng reglementiert, hemmt auch den Wohnungsbau und treibt damit die Preise weiter in die Höhe. Betriebe müssen um ihre Entwicklungsmöglichkeiten bangen.

Eine gut ausgebaute Straßen- und Schieneninfrastruktur führt der Wirtschaft auf der einen Seite Arbeitskräfte zu. Auf der anderen Seite haben Familien die Möglichkeit, etwa in Südostbayern deutlich günstiger zu wohnen – freilich um den Preis, über größere Distanzen pendeln zu müssen.

Das Gute am Volksbegehren ist: Die Politik ist sensibilisiert, was die Ausweisung von Baugebieten betrifft.

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