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Stefan Schmidt-Schickhardt ist Kommandeur im Fliegerhorst Erding. 

Fliegerhorst 

Extremismus: „Wir schauen nicht weg“

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Im Fliegerhorst Erding sind in den vergangenen Jahren keine politisch extremistischen Umtriebe bekannt geworden. Dennoch wird nun auch dieser Luftwaffen-Stützpunkt genau inspiziert.

Erding – Gestern gegen 10.30 Uhr erhielt Oberst Stefan Schmidt-Schickhardt, Kommandeur des Luftwaffensystemunterstützungszentrums 1 im Fliegerhorst, den Befehl. Der Generalinspekteur der Bundeswehr wies ihn sowie sämtliche anderen Kommandierenden an, „alle Liegenschaften der Bundeswehr im Blick auf das praktizierte Traditionsverständnis in Bezug auf die Wehrmacht zu untersuchen“. Soll heißen: Jeder Standort ist zu überprüfen, ob sich dort unerlaubte Wehrmachtserinnerungen finden.

Damit reagiert das Bundesverteidigungsministerium nicht nur auf den als Asylbewerber getarnten rechtsradikalen Soldaten Franco A., der über ein Jahr in einer Erdinger Unterkunft gemeldet war, sondern auch auf Funde von dubiosen Wehrmachts-Andenken in A.s Kerne in Illkirch und Donaueschingen.

Schmidt-Schickhardt sagte unserer Zeitung, die Anordnung werde er „völlig unaufgeregt“ angehen. „Die hier Verantwortlichen sind angewiesen, ihre Bereiche zu durchleuchten.“ Er versichert aber auch: „Es war ja mitnichten so, dass uns das bisher nicht interessiert hat und wir für so etwas kein Auge hatte. Auffälligkeiten seien von jeher gemeldet worden.

Schmidt-Schickhardt ist seit 2014 in Erding, anfangs als Stellvertreter von Oberst Thomas Alder, mittlerweile als Kommandeur. „Seit ich hier bin, ist uns kein politischer Extremismus aufgefallen – weder rechter noch linker.“ In einer Kaserne, in der Schmidt-Schickhardt früher einmal Verantwortung trug, „hat es den Fall eines jungen Soldaten gegeben, der in betrunkenem Zustand den Hitlergruß gezeigt hat“. Er sei umgehend aus dem Dienst entfernt worden. „Es ließ sich nicht ermitteln, ob er wirklich rechtsextremistisch war oder aufgrund seines Zustandes den Hitlergruß gezeigt hat“, so der Oberst. Das spiele auch keine Rolle – „ein solches Verhalten können wir nicht tolerieren“.

Auch würden die Soldaten regelmäßig sensibilisiert, wie sie sich in einem von Männern geprägten Umfeld Soldatinnen und weiblichen Angestellten gegenüber zu verhalten hätten.

Schmidt-Schickhardt stellt klar, dass die offizielle Tradition der Bundeswehr bei ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg beginne. Weder auf die Wehrmacht noch auf die Nationale Volksarmee der DDR dürfe man sich als Vorläufer berufen. Devotionalien aus dieser Zeit seien in den Kasernen tabu – egal ob im Offizierscasino, in Aufenthaltsräumen oder Stuben.

„Wenn wir uns etwa mit der Wehrmacht auseinandersetzen, wie aktuell in der Sonderausstellung im Museum Erding, dann darf das nur aus historischen Gründen erfolgen und bedarf einer Genehmigung“, so der Kommandeur. Der offizielle Umgang mit der Geschichte sei nur Experten erlaubt. Die Ausstellung 80 Jahre Garnisonstadt sei ein Projekt des Museums, das man unterstütze.

Schon bei deren Eröffnung am Freitag hatte er die momentane Entwicklung bedauert, weil sie die Bundeswehr insgesamt in ein schlechtes Licht rücke und den Soldatenberuf unattraktiv mache.

Von Hans Moritz

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