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Wachwechsel im Fliegerhorst, vielleicht sogar der letzte: Brigadegeneral Helmut Dotzler (M.) verabschiedete Kommandeur Stefan Schmid-Schickhardt (l.) und führte Robert Rummel als neuen Standortältesten ein.

Fliegerhorst kurz vor der Auflösung

Abschiedsschmerz und scharfe Kritik

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Der Abzug aus dem Fliegerhorst ist in vollem Gange. Der Stab als Kopf des Waffensystemunterstützungszentrums 1 zieht gerade nach Manching um. Erdings OB Max Gotz übte scharfe Kritik am Bund. 2021 wird die Militärgeschichte in Erding zu Ende sein.

Erding - „Last Call“ hieß der letzte offizielle Empfang der Luftwaffe am Donnerstagabend im Casino. Zahlreiche hochrangige Militärs sowie Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft waren gekommen – und erlebten quasi eine Trauerfeier für die einstige „Wiege der Luftwaffenlogistik“. Die 61-jährige Ära der Bundeswehr in Erding wurde zumindest offiziell zu Grabe getragen.

Kommandeur Stefan Schmidt-Schickhardt, erst vor einem Jahr in diese Position gekommen, wurde als Standortältester offiziell verabschiedet. Für die Abwicklung der Kaserne holte Brigadegeneral Helmut Dotzler vom Landeskommando Bayern Oberstleutnant Robert Rummel in dieses Amt. Er verantwortet das Instandsetzungszentrum 11, das 2021 als letzte Einheit den Fliegerhorst verlassen wird. Diese Spezialisten setzen Teile des Kampfjets Tornado sowie diverse Waffensysteme instand, stellen Musterwerkzeuge her und nehmen Werkstoffprüfungen vor.

Schmid-Schickhardt berichtete, dass der Stab des Waffensystemunterstützungszentrums 1 seit Januar in drei Raten zu Airbus nach Manching ziehe. „Das wird kommende Woche abgeschlossen sein“, so der Oberst. Er gestand, dass bei der Verlegung nicht alles rund gelaufen sei. Bis Jahresende werde das Materialdepot aufgelöst.

Wenn in drei Jahren das Instandsetzungszentrum 11 nach Manching zieht, werden in Erding der Standortservice, die Truppenküche mit dem Casino, die Sanitätsstaffel und die Fliegerhorstfeuerwehr aufgelöst. In der Ausbildungswerkstatt ist im September der letzte Jahrgang angetreten, der 2021 fertig sein wird.

Ganz wird die Bundeswehr aber nicht aus Erding verschwinden. Das Wehrwissenschaftliche Institut, die Kooperation der Luftwaffe mit MTU sowie die Arbeitsgruppe Technische Untersuchung bleiben, versprach Schmid-Schickhardt.

Er, Oberst Gerhard Hewer vom Luftwaffentruppenkommando und Brigadegeneral Dotzler lobten nicht nur die Einsatz- und Veränderungsbereitschaft der Soldaten und zivilen Mitarbeiter. Sie betonten auch das stets gute Miteinander mit der Stadt Erding. Der Abschied schmerze.

Das unterstrich auch OB Max Gotz, um dann zu einer Schelte auszuholen. Die Auflösung des Fliegerhorsts sei „eine grundlegende Fehlentscheidung“. Was die Sicherheit betrifft, „wird unser Land immer weiter entkleidet“. Angesichts der weltweiten Krisen sei das völlig unverständlich. „Wir berauben uns unserer Wehrkraft“, so Gotz, der an die neue Bundesregierung appellierte, diesem Prozess Einhalt zu gebieten.

Sein Dank galt Soldaten wie Zivilisten gleichermaßen, unter anderem für die Hilfe in Katastrophenfällen sowie etwa mit der „Aktion Erbse – Soldaten helfen“.

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