Am Automaten können Asylbewerber künftig ihre Bezüge abholen.
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Am Automaten können Asylbewerber künftig ihre Bezüge abholen.

Bargeldauszahlung wird abgeschafft

Flüchtlinge: Geld gibt’s nur noch aufs Konto

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Geld aufs Konto statt bar ausgezahlt: Bei der Zuteilung finanzieller Leistungen für Asylbewerber ändert der Landkreis seine Politik nun noch stärker als geplant.

Erding – Bei der Zuteilung finanzieller Leistungen für Asylbewerber ändert der Landkreis seine Politik nun noch stärker als geplant. Ab 1. Mai bekommen alle Flüchtlinge die ihnen zustehenden Beträge auf Konten gebucht. Damit ist das Ende des Kommunalpasses, der in die Strudel der Wirecard-Insolvenz geraten war, besiegelt. Auch Bargeldauszahlungen in der Kreisverwaltung wird es dann nicht mehr geben. Die Regierung von Oberbayern hat diesem Verfahren zugestimmt, und andere Landkreise agieren ebenso.

Über die Überweisung auf Konten hatte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) schon länger nachgedacht. Bisher war er nur von einem bestimmten Prozentsatz ausgegangen, weil längst nicht jeder Geflüchtete über ein Konto verfügt. Zuletzt hatte die Flüchtlingshilfe Dorfen an Bayerstorfer plädiert, auf Konten umzustellen. So könnten Kontakte in der Behörde vermieden werden, die ein Corona-Ansteckungsrisiko darstellten. Nun geht der Landkreis noch einen Schritt weiter: Flüchtlinge müssen ein Konto eröffnen. „Sparkasse und Genossenschaftsbanken haben bereits zugesagt, dies zu tun“, sagt der Landrat unserer Zeitung.

An sich müsse jeder Erwachsene über ein Konto verfügen, Ausnahmen gebe es nur für Ehegemeinschaften. „Die Beträge für die Kinder schreiben wir auf den Konten der Mütter gut“, kündigt Bayerstorfer an. So sei am ehesten sichergestellt, dass das Geld auch bei allen Familienmitgliedern ankommt.

Bayerstorfer appelliert nun an die Flüchtlingshelfer, ihren Schützlingen bei der Kontoeröffnung zu helfen. „Es war der vielfache Wunsch der Ehrenamtlichen, den wir nun erfüllen“, so der Landrat. Allerdings besteht er auf einer einheitlichen Lösung, deswegen gibt es keine Bargeldauszahlung mehr. Dies gilt ihm zufolge für alle Flüchtlinge, egal ob anerkannt oder lediglich geduldet. Auch er ist froh, wenn die Zahl der Kontakte an den Auszahlungstagen in seinem Amt reduziert werden.

Auch die Dorfener Flüchtlingshelfer um Michaela Meister und Franz Leutner gehen davon aus, „dass noch mehr Asylbewerber Konten eröffnen, wenn es ihnen grundsätzlich möglich ist“, schrieben sie dem Landrat. Der hatte für den Kommunalpass kein Nachfolgermodell gefunden.  

ham

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