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Helfen bei der Ausgabe im Kleiderladen der Flüchtlingshilfe mit (v. l.): Dakhaz Hussein, Dilzar Hussein, Zakaria Saaed, Aisar Abou Zidan, Sabrina Tarantik, Salman Alsanadi, Stefan Lanio und Nezar Hamondh.

Flüchtlingshilfe 

Neuer Kleiderladen versorgt Asylbewerber in ganz Bayern

Der neue Kleiderladen für Asylbewerber am Bahnhof wird eingeweiht. 

Erding – „Manchmal haben Asylbewerber nur einen Handgepäcktrolley dabei, wenn sie hier ankommen“, erzählt Sabrina Tarantik (35), Vorsitzende der Erdinger Flüchtlingshilfe. Ihre rund 100 Helfer – „die Hälfte davon sind mittlerweile Asylbewerber“ – statten die Ankömmlinge mit einem zweiten Paar Schuhe oder einem Ersatz-Outfit aus.

Nun weihten die Helfer ihren neuen Kleiderladen am Bahnhof ein. „Aber es ist wahrscheinlich auch nur eine Frage der Zeit, bis wir hier wieder raus müssen“, befürchtet Helferin Patricia Schuster (52) aus Erding.

Bis Dezember hatten die Helfer ihren Kleiderladen an der Freisinger Straße, doch das Gebäude wurde abgerissen. Aber wohin mit den ganzen Kleiderspenden, die sie jeden Samstag sammeln? „Im Fliegerhorst lagert die Flüchtlingshilfe in zwei Hallen mit etwa 1000 Quadratmetern rund 200 Paletten Kleider“, sagt Tarantik. Sie arbeitet hauptberuflich als Ehrenamtskoordinatorin beim Roten Kreuz, die Flüchtlingshilfe ist ihr Hobby.

Sie sagt, dass ein Kleiderladen für Flüchtlinge im Fliegerhorst nicht möglich sei. Denn: „In die Kaserne dürfen nur EU-Bürger.“ Die aktuelle Lösung? Die Stadt stellt den Helfern das Erdgeschoss im alten Postgebäude mit rund 100 Quadratmetern zur Verfügung. „Wir haben einen Jahresvertrag“, sagt Tarantik: „Aber es ist genauso wie mit dem Warteraum, da wissen wir auch nicht, wie lange es den noch gibt.“

Ihre Kollegin Schuster fühlt sich von der Politik allein gelassen. „Das Schlimme ist eigentlich das Betteln“ – um Räumlichkeiten oder einen Bus zum Kleidertransport. „Wir müssen uns den VW-Bus vom DRK ausleihen und sind gar nicht flexibel, Kleiderspenden abzuholen.“

Auch den Kleiderladen haben die Helfer in Eigenregie renoviert, geweißelt, kostenlose Regale organisiert. Einmal in der Woche, immer montags, ist der Laden zwischen 10 und 13 Uhr für Asylbewerber mit Berechtigungsschein geöffnet. Die Textilien sind vor allem für die Asylbewerber gedacht. Aber weil die Flüchtlingshilfe so viele Kleiderspenden bekommt, ist Tarantik auch in Kontakt mit Kindergärten und Schulen im Landkreis und den Transitzentren für Flüchtlinge in Manching und Regensburg. Alle zwei Monate organisiert sie außerdem Hilfstransporte nach Rumänien und in die Ukraine „zum Beispiel mit Handtaschen, High-Heels und Schneeanzügen, die hier übrig bleiben.“ Anna Schwarz

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