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Für den Flughafen München war das Jahr 2015 sehr erfolgreich. FMG-Chef Michael Kerkloh verkündete zwei Rekorde.

Gegner kritisieren FMG wegen "durchsichtiger Strategie"

2015: Das Jahr der Flughafen-Rekorde

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München - Flughafen-Chef Michael Kerkloh ist zufrieden mit dem Jahr 2015. Er kann zwei Rekorde vermelden: Es gab mehr Passagiere denn je und den höchsten Gewinn aller Zeiten.

Michael Kerkloh ist zufrieden mit der Bilanz für 2015. Es sei für den Flughafen München ein Erfolgsjahr gewesen. Die wichtigste Meldung ist für den Geschäftsführer der Flughafen München Gesellschaft (FMG) die gestiegene Flugzahl – um mehr als 3000 auf fast 380 000. „Die erwartete Trendwende ist eingetreten“, bilanziert er. Nach den vorliegenden Anmeldungen der Airlines geht der FMG-Chef davon aus, dass die Flugbewegungen in diesem Jahr noch einmal deutlich ansteigen werden – nämlich um weitere 15 000. Für 2017 erwarte die FMG ebenfalls einen Anstieg in dieser Größenordnung. Der Rekord lag bei rund 432 000 Flügen in den Jahren 2007 und 2008.

Was die Passagiere angeht, kann der Flughafen für 2015 einen Rekord vermelden. 41 Millionen Reisende hatten den Airport genutzt – 1,3 Millionen mehr als im Jahr 2014 (wir berichteten). 2015 habe es zudem einen Rekordgewinn von 135 Millionen Euro gegeben. Damit stiegen auch die Gewerbesteuerzahlungen an die benachbarten Gemeinden auf 35 Millionen Euro.

Ein Meilenstein werde am 26. April die Inbetriebnahme des Satelliten-Terminals sein, kündigte Kerkloh an. Eine Baustelle bleibt dagegen die Schienenanbindung. Zum gewünschten Flughafen-Express sagte der Geschäftsführer: „Wir überlegen, ob wir ein eigenes Angebot auf die Schiene bringen.“ Darüber liefen Gespräche mit der Bahn und der Landeshauptstadt.

Kritik an FMG: Durchsichtige Strategie zur dritten Startbahn

Mit ihren Erfolgsmeldungen will die FMG die Politik und nicht zuletzt die Münchner von der Notwendigkeit der dritten Startbahn überzeugen. Bereits jetzt gebe es Engpässe, argumentierte Kerkloh. Das zeige das Beispiel Transavia. Die Billig-Airline stationiere mit Beginn des Sommerflugplans vier Maschinen in München. Für 16 Prozent der beantragten Flüge seien aber keine passenden Zeitfenster gefunden worden, berichtete der FMG-Chef.

Seit dem Anschlag in Brüssel sind in München mehr Bundespolizisten auf Streife unterwegs.

Genau das kritisieren die Freien Wähler als durchsichtige Strategie zum Bau der dritten Startbahn. Die FMG mache den Flughafen München zu einem Tummelplatz der Billigflieger, sagte der Landtagsabgeordnete Benno Zierer. „Da gibt es Flüge für 29 Euro auf Verbindungen, die eigentlich niemand braucht. Hauptsache, die freien Kapazitäten werden so schnell wie möglich ausgelastet und der Flughafen kann ein Plus bei den Starts und Landungen verkünden.“ Christian Magerl, der umweltpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, kann die von Kerkloh verkündete Trendwende bei den Flugbewegungen nicht erkennen. „Nicht einmal 0,9 Prozent Plus – das ist ein Magerwachstum.“ Auch auf die Prognosen will er sich nicht einlassen: „Abgerechnet wird am Jahresende.“

Kerkloh hatte bei seiner Bilanz angekündigt, selbst unter günstigen Voraussetzungen halte er die Inbetriebnahme einer dritten Startbahn nicht vor 2021 für möglich.

Von Thimo Aichele

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