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Ein Pilot aus Erding wird wohl seinen Job verlieren. Er hatte Kriegsgerät zuhause.

Nach Streit

Pilot hortet illegal Waffen - und jetzt ist er seinen Job los

Ein Pilot des Flughafens München wird wohl seinen Job verlieren. Dafür gesorgt hat seine Ehefrau. Aus gutem Grund.

  • Ein Mann aus Erding hat zu Hause zahlreiche gefährliche Waffen gehortet.
  • Seiner eigenen Ehefrau soll er sogar mit dem Tod gedroht haben.
  • Die hatte schließlich genug - und verriet das „Hobby“ ihres Ehemanns an die Polizei.

Erding – Er bezeichnet sich selbst als Waffennarr und hortete bei sich daheim zahlreiche Waffen. Bei Weitem nicht alle besaß der 60-Jährige legal. Sogar gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz hat der Mann aus dem nördlichen Landkreis in mindestens einem Fall verstoßen. Die Ehefrau war es, die die Ermittler auf die Spur des Piloten gebracht hatte. Der wird nach seiner Verurteilung gestern am Amtsgericht Erding seinen Job verlieren und dürfte damit gezwungenermaßen in Rente gehen.

Pilot aus Erding hortet illegale Waffen - und soll Ehefrau mit dem Tod gedroht haben

Vielleicht wäre der Kapitän, der für eine indische Airline fliegt, nie aufgeflogen. Zum Verhängnis wurde ihm am 13. Januar 2018 ein heftiger Streit mit der Ehefrau. Die rief nach Erinnerung eines Polizisten im Zeugenstand gegen 23 Uhr die Polizei. Ihr Mann verprügle sie und habe ihr mit Erschießen gedroht. Ein Großaufgebot an Beamten rückte an und stieß auf die beiden leicht verletzten Eheleute. Als Schlagwaffe diente unter anderem ein Brotzeitbrettchen.

Die Gattin führte die Polizisten zu der umfangreichen Waffensammlung, darunter Pistolen, Gewehre und Maschinenpistolen beziehungsweise Teile davon. Insgesamt wurden gut 10.000 Schuss diverser Munition sichergestellt. Nur die legal besessenen Waffen waren ordnungsgemäß verwahrt. Drei hatte der 59-Jährige hinter einer Blende in der Küche versteckt. Aber auch in Nebenräumen und im Gartenhäuschen wurden die Ermittler des Landeskriminalamts fündig. Sie konfiszierten zudem einen Laserpointer für eine Pistole und einen Zielscheinwerfer für eine Langwaffe.

Nach Streit mit der Ehefrau: Waffennarr aus Erding in Psychiatrie gebracht

Der Pilot kam anfangs für vier Tage in die Psychiatrie in Taufkirchen, weil nicht klar war, ob er eine Gefahr für sich und andere darstellt.

Gestern musste sich der Vater zweier 16 Jahre alten Kinder vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Erding unter dem Vorsitz von Björn Schindler verantworten.

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Ehefrau verpfeift Waffennarr - Anwalt verteidigt den Besitz

Staatsanwältin Nina Wittig listete den umfangreichen Waffenbesitz auf. Für das Gericht war es gar nicht so einfach, legale und illegale Schießprügel auseinander zu dividieren. Am Ende wurde nur noch der Verschluss einer Uzi-Maschinenpistole dem Kriegswaffenkontrollgesetz untergeordnet. Die weiteren Verstöße fielen unter das Waffengesetz.

Anwalt Thomas Fauth räumte für seinen Mandanten alle Anklagepunkte ein. Er versicherte aber, dass der Pilot Waffen und Munition nur habe besitzen und „in keinster Weise“ zum Einsatz habe bringen wollen. Größtenteils habe er sich in Einzelteilen nach Deutschland gebracht und in seiner Wohnung zusammengebaut.

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Nach Urteil vor dem Landgericht - Beruflliche Existenz vernichtet

Wittig würdigte, dass der Angeklagte nicht vorbestraft und geständig sei. Allerdings habe es sich um zahlreiche verbotene Waffen gehandelt. Auch die Drohung, die Gattin zu erschießen, falle schwer ins Gewicht. Die Staatsanwaltschaft forderte zweieinhalb Jahre Gefängnis. Fauth hielt ein Jahr und acht Monate auf Bewährung für ausreichend. Die berufliche Existenz sei sowieso vernichtet. Mit dieser Strafe werde sein Mandant seine Zulassung als Pilot verlieren. „Das bedeutet für ihn die Zwangsrente“, so der Anwalt.

Das Schöffengericht folgte dem Antrag der Verteidigung. Für Schindler fiel die Bedrohung der Gattin nicht ins Gewicht. Sie sei nicht nachzuweisen, es stehe Aussage gegen Aussage. Zudem muss der Pilot 5000 Euro an die Gefangenenfürsorge bezahlen.

In einer früheren Version titelten wir, dass die Ehefrau ihren Mann verpetzt hätte. Dies haben wir geändert. 

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