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Forscherpreis für die Facharbeit

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Monika Eder (r.) kann stolz sein: Sie erhielt den Forscherpreis des Historischen Vereins Erding aus der Hand der Vorsitzenden Heike Schmidt-Kronseder.  Foto: Kuhn
Monika Eder (r.) kann stolz sein: Sie erhielt den Forscherpreis des Historischen Vereins Erding aus der Hand der Vorsitzenden Heike Schmidt-Kronseder. Foto: Kuhn

Erding - Die Schülerin Monika Eder aus Forstern hat den Forscherpreis des Historischen Vereins Erding bekommen: Für ihre Facharbeit „Die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen im Landkreis Erding“.

Monika Eder hat ein schwieriges und sprödes Kapitel der Geschichte des Landkreises ein Stück weit aufgearbeitet: „Die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen im Landkreis Erding“ heißt der Titel ihrer Facharbeit im Leistungskurs Geschichte am Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding. Intensives Quellen- und Aktenstudium, Gespräche mit Zeitzeugen, Auswertung von Bildern aus den Beständen der Familie, alles das führte sie zu einem Aufsatz zusammen, der wissenschaftlichen Ansprüchen standhält und ihr jetzt einen begehrten Preis einbrachte: Den Forscherpreis des Historischen Vereins Erding, der nach den Worten der Vorsitzenden Heike Schmidt-Kronseder nicht jedes Jahr vergeben werden kann, weil nicht jedes Jahr eine Arbeit dieser Qualität abgeliefert wird.

Erding war aufgrund von Kriegszerstörungen „Brennpunkt des Wohnraumbedarfs“ mit der Folge einer Zuzugssperre. Akribisch listet die Autorin, die jetzt als Altenpflegerin arbeitet, auf, was Wohnraumbewirtschaftung hieß: Der Eigentümer konnte über seinen Wohnraum nicht mehr selbst verfügen. Auch die Zahlenverhältnisse beleuchtet sie: So kamen im Jahr 1950 auf 13 760 Einheimische 2671 Neubürger. Das war nur durch schnell errichtete Notunterkünfte zu machen, Massenquartiere, teilweise ohne Heizmöglichkeit. Pfarrhäuser waren von der Bewirtschaftung ausgenommen, und zwar nur die katholischen. In Eichenkofen entstand ein Flüchtlingslager mit 300 Plätzen, das aber wegen Baufälligkeit der Baracken 1954 aufgelöst wurde. Die Autorin steuert nicht nur Bilder bei, sondern macht auch deutlich, wie Hauseigentümer versuchten, die Einweisung von Flüchtlingen zu verhindern: Durch Einreißen von Zwischenwänden beispielsweise. Dann gab es einen Raum im Haus weniger.

Der Schülerin gelang es, ein recht abgerundetes Bild der Lage von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen zu zeichnen. Schon ihre genaue Unterscheidung zwischen beiden Gruppen ist es wert, erwähnt zu werden.

In der Hauptversammlung des Historischen Vereins jedenfalls erhielt sie viel Beifall. Bürgermeister Max Gotz sprach von einem wichtigen Beitrag.

Veröffentlicht ist diese Arbeit in der Jahresschrift des Historischen Vereins, die in diesen Tagen in die Buchläden kommt. Der Preis: zwölf Euro.

(klk)

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