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In Asylunterkünften im Landkreis, in denen positive Covid-19-Fälle auftraten, wurde Quarantäne verhängt. Die Grünen kritisieren, dass für die Separierung von gesunden Menschen, teils Risikopersonen, nicht genug getan wurde und wird. Symbolbild.

Infektionsketten könnten nicht durchbrochen werden

Kein Virenschutz in Asylunterkünften: Grüne kritisieren Hygiene-Praxis

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„Aus humanitären Gesichtspunkten bedenklich“ bezeichnen die Forsterner Grünen die Handhabung von Corona-Fällen in den Asylbewerberunterkünften.

Forstern/Erding – „Aus humanitären Gesichtspunkten bedenklich“ bezeichnen die Forsterner Grünen die Handhabung von Corona-Fällen in den Asylbewerberunterkünften. Maria Feckl, Thorsten Scharmatinat und Sina Kiel fordern bessere Hygienemaßnahmen und eine strikte Abverlegung von an Covid-19 erkrankten Geflüchteten.

Die Forsterner Grünen nehmen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in die Pflicht. Der hatte am 1. April erklärt, es werde alles Erforderliche unternommen, „um Infektionsketten in Asylunterkünften von vorneherein zu verhindern beziehungsweise sofort zu durchbrechen“. So würden „gleichermaßen unsere Bevölkerung und die Bewohner der Asylunterkünfte geschützt“.

Grüne kritisieren: Kein Schutz von Risikopersonen

In der Praxis sei das nicht der Fall, kritisiert die neue Grünen-Fraktion im Forsterner Gemeinderat. Deren Sprecherin Maria Feckl erklärt, am 12. April sei der erste der 31 Bewohner positiv auf die Lungenkrankheit getestet worden. „Weder die infizierten noch die gesunden Personen haben zeitnah Mund-Nasen-Schutz, Hände- oder Flächendesinfektionsmittel und Einmalhandschuhe bekommen. Es wurde allerdings sofort eine Quarantäne bis zum 22. April verhängt.“ Dadurch sei es den Asylbewerbern und Fehlbelegern auch nicht mehr möglich gewesen, sich selbst mit diesen Schutzmitteln zu versorgen.

Weiter kritisieren die Grünen, dass „die sanitäre Situation in der Containerunterkunft keine wirksame Separierung der infizierten Personen ermöglicht. Die Infektionskette in dieser Asylunterkunft kann nicht wirksam durchbrochen werden.“ Risikopersonen würden nicht geschützt. Dabei wohnten in der Unterkunft Menschen nach Herzoperationen, kürzlich ausgeheilten Krebserkrankungen, über 60-Jährige, Babys, Kinder und Schwangere.

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Keine Schutzausrüstung in Asylunterkünften

Wenn es dem Landkreis gelinge, so Feckl weiter, die Schulen mit Schutzausrüstung auszustatten, dann zeige das, dass er in der Lage sei, diese zu besorgen. In Forstern sei lange Zeit trotz Infektionsfalls nichts verteilt worden.

Feckl kritisiert, dass die Bewohner noch bis 2. Mai in strenger Abriegelung durch die Quarantäne ausharren müssten. Dafür habe das Landratsamt Securitypersonal geschickt. Diese Situation sei nicht nur inhuman, „sie stellt für die Forsterner Bevölkerung auch eine unzumutbare Bedrohungslage dar“.

Die Grünen fordern, Geflüchtete mit Corona-Symptomatik „durch Abverlegung sofort wirksam von gesunden Bewohnern zu trennen“. Infektionsketten müssten durchbrochen, neue verhindert werden. 

Hans Moritz

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