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Zur Zeit sind Dirndl der Renner in der Secondhand-Boutique für Designer-Mode von Jeannine Kästner-Liberatore (l.) in Erding. Viele Stammkundinnen schätzen ihre persönliche Beratung.

Secondhand-Boutique 

Frau Kästners Gespür für Kleider

Erding – Eine Boutique der besonderen Art gibt es seit zwei Jahren in bester Lage in Erding: Am Schrannenplatz 6, etwas versteckt in der Passage. „Kleidergeschichten“ heißt das Geschäft von Jeannine Kästner-Liberatore aus Zustorf.

von Alexandra Anderka

Modisches Kleinod im Rückgebäude: Auf 30 Quadratmetern hängen am Schrannenplatz 6 edle Stücke farblich und nach Größe (34 bis 50) sortiert auf Stangen. Dazwischen platziert die Boutiquen-Besitzerin Jeannine Kästner-Liberatore passende Accessoires wie Handtaschen von Luxus-Labels und neuwertige Designer-Schuhe. Die 45-Jährige hat sich mit der Secondhand-Boutique für Designer-Mode ihren Traum erfüllt.

„Die Selbstständigkeit hat mich schon immer gereizt“, sagt Kästner-Liberatore. Sieben Jahre lang arbeitete sie vor der Geschäftseröffnung im Büro. Davor kümmerte sie sich um ihre mittlerweile erwachsenen Söhne, half in der Gastronomie oder in einem Schreibwarenladen aus. „Als dann die Kinder größer wurden, wuchs in mir der Wunsch, endlich das zu machen, was ich schon immer wollte“, sagt sie mit strahlenden Augen.

Ursprünglich plante die Zustorferin, die ein Faible für Mode hat, eine Boutique mit außergewöhnlicher, aber neuer Mode. Doch dann kam ihr die Idee mit dem Luxus-Secondhand-Laden. „Bei Kleidung lege ich großen Wert auf Qualität. Ich habe aber auch gesehen, was trotzdem in meinem Schrank hängenbleibt, oft ungetragen, weil ich nicht das passende Teil dazu hatte.“ Für die Kleidersammlung seien diese Stücke zu schade. „Außerdem sehen beispielsweise ein Rock oder eine Hose bei der einen Dame unvorteilhaft und bei den anderen super aus.“

Am besten gingen trendige Einzelstücke und Accessoires. „Jeans sind der Hype. Meine Damen lieben Secondhand-Jeans. Denn diese Hosen sind getragen oft schöner und bequemer.“ Zur Zeit sei Dirndlmode der Renner.

Der Geschäftsfrau gefällt der Gedanke, dass sie ihren Kundinnen ausgefallene hochwertige Kleidung zu moderaten Preisen anbieten kann und gleichzeitig etwas für die Nachhaltigkeit tut. Bei der Auswahl der Stücke legt Kästner-Liberatore großen Wert auf absolut gepflegte Ware. „Meine Kundinnen bringen die Kleidung frisch gewaschen oder gereinigt auf dem Bügel zu mir. Und wenn etwas nicht perfekt gebügelt ist, bitte ich die Kundin auch schon mal, nochmal nachzubessern“, sagt die 45-Jährige lachend. Sie wählt nach Qualität und Zustand aus. „Die Ware sollte neuwertig sein, gerne nehme ich aber auch gut erhaltene Vintage-Stücke. Früher war die Qualität eh viel besser als heute.“

Die Geschäftsfrau ist stolz, dass sie mittlerweile viele Stammkundinnen hat. Außerdem kämen hauptsächlich nur nette Kundinnen zu ihr. „Es ist auch schon so manche Freundschaft entstanden.“ Beispielsweise mit der Fotografin Jannet Armstrong, die Bilder für die Internetseite macht, das Geschäft dekoriert und Kästner-Liberatore mit ihren Ideen zur Seite steht.

Kästner-Liberatore ist stolz, dass ihr Einzugsgebiet mittlerweile 150 Kilometer umfasst. Ihr Gespür für Stil hat sich herumgesprochen. „Mein Mann und auch meine Freundinnen haben mich motiviert, diesen Schritt zu gehen“, erzählt sie glücklich. „Ich habe meinen Traumjob gefunden“, schwärmt die Unternehmerin. Sie hat Erding mit einem Geschäft bereichert, das es in dieser Form noch nicht gab.

Weitere Infos

Öffnungszeiten: Kleidergeschichten ist von Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Die Annahme von Ware erfolgt nur nach Terminvereinbarung.

Internet:

www. kleidergeschichten.de

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