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Gisela van der Heijden, BRK-Geschäftsführerin, stellte das ambulante Wohnen vor. 

Erding Neues Angebot für weibliche Opfer häuslicher Gewalt

Frauenhaus: Ambulant-betreute Wohngruppe in Planung

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Landkreis und Bayerisches Rotes Kreuz wollen das Angebot für weibliche Opfer häuslicher Gewalt um eine ambulant-betreute Wohngruppe erweitern. Das Konzept steht, nun hoffen Träger und Betreiber, in ein Förderprogramm des bayerischen Sozialministeriums aufgenommen zu werden. Die zweite Hürde: Es müssen geeignete Räume in der Nähe des Frauenhauses gefunden werden.

Erding – Mit der Wohngruppe will BRK-Kreisgeschäftsgeschäftsführerin Gisela van der Heijden gleich mehrere Probleme lösen. Ihr Konzept stellte sie am Mittwoch im Kreisausschuss vor. „Wir wollen in der Wohngemeinschaft bis zu fünf Frauen mit ihren Kindern betreuen.“ Diese solle zum einen das seit geraumer Zeit zu 100 Prozent belegte Frauenhaus entlasten. Zum anderen will van der Heijden Sorge tragen, dass die Gewaltopfer schrittweise und in Begleitung in ein normales Leben zurückkehren können. Dieses Übergangsangebot sei nicht zuletzt deswegen nötig, „weil die Frauen auf dem Wohnungsmarkt besonders schlechte Chancen haben, da sie wegen der Anonymität des Frauenhauses nach außen keinen Wohnsitz angeben können und oft über kein Einkommen verfügen“. Unter allen Umständen will sie vermeiden, dass Frauen auf der Straße landen oder gar zu ihren gewalttätigen Männern zurückkehren müssen. „Leider kommt das immer wieder vor.“

An sich sollen Gewaltopfer nur wenige Monate im Frauenhaus als Akutangebot wohnen. „Wir haben aber auch Fälle, in denen sie ein Jahr bei uns leben, weil sie keine Wohnung finden.“ Das ambulante Frauenhaus sei ebenfalls auf einen sechsmonatigen Verbleib ausgelegt. Van der Heijden stellte aber klar: „Auch hier wird niemand auf die Straße gesetzt.“

Den Antrag hat das BRK bereits gestellt, in den kommenden Tagen hofft die Geschäftsführerin auf einen positiven Bescheid. Die Suche nach einer Immobilie läuft. „Es kann dann ganz schnell gehen, sodass wir eventuell schon im Dezember starten können.“

Das neue Angebot ist mit Kosten verbunden, die der Freistaat nur zum Teil übernimmt. „Wir sind auf kommunale Unterstützung angewiesen“, machte van der Heijden deutlich. Für die Wohngruppe sind 1,45 Vollzeitstellen nötig – für die Betreuung der Frauen, das Übergangsmanagement und einzelfallbezogene Wohnraumvermittlung. Van der Heijden schätzt die Ausgaben auf rund 130 000 Euro, die Einnahmen auf 135 000 Euro – einschließlich einer Landkreis-Förderung in Höhe von 24 000 Euro. Wie schon beim Frauenhaus will der Landkreis Erding auch bei der Wohngruppe mit Ebersberg kooperieren. Dort gibt es kein eigenes Angebot.

Rainer Mehringer (FW) fragte nach dem Schutz der Frauen. „Es sind Videoüberwachung und Hausnotruf vorgesehen“, sicherte van der Heijden zu. Ulla Dieckmann (SPD) regte an, sich bei der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises nach Räumen zu erkundigen. Helga Stieglmeier (Grüne) lobte das Konzept und wies darauf hin, „dass auch diese Frauen eine Betreuung brauchen“.

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