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Frauenhaus 

Zukunft der Mitarbeiter ungewiss

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Der Sozialdienst katholischer Frauen ist traurig und verärgert über die Kündigung des Trägervertrags für das Frauenhaus Erding.

Erding – Traurig, enttäuscht und verärgert hat der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) auf die Kündigung des Trägervertrags für das Frauenhaus durch den Kreisausschuss reagiert. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr“, sagte SkF-Geschäftsführerin Elke Prumbach. „Aber natürlich wünschen wir unserem Nachfolger, dem BRK, alles Gute für die neue Aufgabe.“ Das Rote Kreuz übernimmt die Trägerschaft am 1. März. Bis zum 28. Februar kümmert sich der SkF wie gehabt um Frauen und deren Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind.

Wie es mit den sieben fest angestellten Mitarbeiterinnen aus dem Frauenhaus und der Interventionsstelle weitergeht, vermochte Vize-Geschäftsführerin Alexandra Krois noch nicht zu sagen. „Da ist alles offen. Ich möchte nicht spekulieren.“ Klar ist, solche Fachkräfte sind derzeit sehr gefragt. „Es ist aber verständlich, dass die Kolleginnen derzeit stark verunsichert sind“, sagte Krois.

Sie und andere Vertreter des SkF verfolgten die zweieinhalbstündige Sondersitzung des Kreistags am Montag von der Besuchertribüne aus – mit wachsendem Entsetzen, wie eine Augen- und Ohrenzeugin berichtet. Besonders sauer aufgestoßen ist dem Noch-Träger die Debatte über Spenden an den SkF und deren Verwendung. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) ließ die Vermutung im Raum stehen, dass es hier intransparent zugehen könne.

Die Spenden waren immer wieder Teil der Debatte, weil Bayerstorfer der Auffassung ist, Zuwendungen hätten auch in das Frauenhaus selbst gesteckt werden können, um das Defizit zu verringern. In der Sitzung erklärte er, das SkF habe Spendenlisten vorgelegt. Teile seien jedoch geschwärzt gewesen. Er könne nicht sagen, was unsichtbar gemacht werden sollte.

Darüber kann Krois nur den Kopf schütteln: „Natürlich waren das die Namen der Spender und der Empfänger. Viele wollen nicht, dass jeder erfährt, dass und wie viel er gespendet hat.“

Nach Recherchen unserer Zeitung ist die Entscheidung, dem SkF zu kündigen und das BRK zu beauftragen, am Montagnachmittag im nicht-öffentlichen Kreisausschuss denkbar knapp ausgefallen: mit 7:6 Stimmen.

Pikant war die Frage von SPD-Kreisrätin Michaela Meister in öffentlicher Sitzung. Sie wollte wissen, ob nur die Freisinger Rechnungsprüfung das Defizit bemängelt habe, oder ob auch entsprechende Hinweise aus Erding gab. Dies mussten der Landrat und Kämmerer Helmut Helfer verneinen. Warum es in ihrem Haus offensichtlich keinen Beanstandungsbedarf gab, vermochten sie freilich nicht zu beantworten.

Ungeklärt bleibt auch die Frage, ob Bayerstorfer nach dem Absprung Freisings den Trägervertrag tatsächlich kündigen musste. Denn es gibt zwei Unterlagen – zum einen besagten Trägervertrag von 1992. Der besteht zwischen dem Landkreis Erding und dem SkF. Der Kreis Freising hat jedoch die Finanzierungsvereinbarung gekündigt. Die gilt erst seit 1995 und wurde von den Vertretern der Kreise Erding, Ebersberg und Freising sowie dem SkF unterzeichnet.

Bayerstorfer argumentiert, nach dem Wegfall eines Zahlers (Kündigung der Finanzierungsvereinbarung) sei die Grundlage für den Trägervertrag hinfällig geworden. Er habe deswegen aufgelöst werden müssen. Dieser Unterschied wurde im Kreistag nicht hinterfragt.

Allerdings hatte Bayerstorfer mit seinem Hinweis teils für höhnisches Gelächter gesorgt, er habe kündigen müssen, „um finanziellen Schaden vom Landkreis Erding abzuwenden“. Sonst hätte er sich schadensersatzpflichtig gemacht. Stephan Glaubitz (Grüne) hatte daraufhin süffisant angemerkt: „Der reiche Landkreis Erding kann sich wohl nur das billigste Frauenhaus leisten.“ Hans Moritz

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