Freifunk-Netzwerk für Online-Deutschkurse für Asylbewerber  

Freifunk: Auch die Anlieger sind gefordert

Erding - Um möglichst vielen Asylbewerbern das Deutschlernen online zu ermöglichen, wollen die Grünen ein Freifunk-Netzwerk vorantreiben. Die Piratenpartei wünscht sich sogar ein Bürgernetz für den gesamten Landkreis.

Deutsch lernen ist für zahlreiche Asylbewerber die Grundlage für die Integration. Gut geübt werden kann über unterschiedliche Online-Plattformen. Der Kreisverband der Grünen und der Piratenpartei hat es sich deshalb vor gut einem halben Jahr zur Aufgabe gemacht, ein Freifunk-Netzwerk im Landkreis zu entwickeln (wir berichteten).

„Wir befinden uns bereits auf einem guten Weg“, sagt Helga Stieglmeier. Die Vorstandssprecherin des Kreisverbands der Grünen in Erding zeigt sich zufrieden mit den bisherigen Entwicklungen. So habe man bislang 17 Unterkünfte mit einem Internetzugang versorgen können. Diese befinden sich in Altenerding, Moosinning, Isen, Klettham, Pretzen und Hohenpolding. „Dabei geht es nicht um das Vergnügen der Asylbewerber. Sie brauchen das Internet, um Deutsch zu lernen. Außerdem können sie den Kontakt in die Heimat nur über das Netz herstellen“, sagt Stieglmeier.

Das seien auch die Gründe, weshalb sich die Verantwortlichen keinesfalls zur Ruhe setzen wollen. Zwar sei die Verfügbarkeit des allgemein nutzbaren Anschlusses an einigen Standorten aufgrund der Lage nicht möglich, da die Nachbarhäuser beispielsweise nicht weiter als 300 Meter von der Unterkunft entfernt sein sollten.

Dennoch wolle man so viele Gemeinden wie möglich mit einem Freifunknetz ausstatten. „Wir sind noch lange nicht am Ende. Aber die Sache steht und fällt damit, ob jemand an uns herantritt“, sagt Stieglmeier. Sie appelliert ausdrücklich an die Asylhelferkreise, sich selbstständig zu melden, sobald der Bedarf an einem Internetzugang bestehe. Denn nur dann könne man aktiv werden.

Auch die direkten Anlieger der Asylunterkünfte im Landkreis bittet sie darum, sich für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Hinsichtlich Haftungsfragen hätten die Freiwilligen nichts zu befürchten, und auch zusätzliche Kosten würden nicht entstehen. „Acht der notwendigen Router haben beispielsweise wir bezahlt, der Rest wurde hauptsächlich durch Spenden finanziert“, erklärt Stieglmeier.

Mit dem Fortschritt bei der Ausstattung der Asylbewerberunterkünfte zeigt sich Stefan Lorenz ebenfalls zufrieden. Auch wenn der Vertreter der Piratenpartei hauptsächlich ein anderes Ziel verfolgt. Die Piraten wollen flächendeckend im Landkreis ein freies Bürgernetz auf die Beine stellen. „Das ist noch nicht mal am Horizont sichtbar“, erzählt Lorenz.

Bisher gebe es zwar einige Router am Schrannenplatz. Zufrieden ist das Stadtratsmitglied damit jedoch nicht. „Jetzt wollen wir erstmal versuchen, bis in die Lange Zeile ein freies Netz zu ermöglichen“, plant er. In der Gemeinde Finsing habe man schon einiges erreichen können. Elf Bewohner haben sich bereiterklärt, einen Internetanschluss zur Verfügung zu stellen. „Da läuft das freie Bürgernetz jetzt an. Mit den Freiwilligen werden wir uns demnächst nochmal treffen“, sagt Lorenz.

Von Julia Adam

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