Madam Bäurin wird von Franz, dem Hoferben, willkommen geheißen.
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Madam Bäurin wird von Franz, dem Hoferben, willkommen geheißen.
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Die Volksspielgruppe Altenerding hat sich für diese Theatersaison das bayerische Schauspiel „Madam Bäurin“ausgewählt.
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Die Volksspielgruppe Altenerding hat sich für diese Theatersaison das bayerische Schauspiel „Madam Bäurin“ausgewählt.
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Die Volksspielgruppe Altenerding hat sich für diese Theatersaison das bayerische Schauspiel „Madam Bäurin“ausgewählt.
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Die Volksspielgruppe Altenerding hat sich für diese Theatersaison das bayerische Schauspiel „Madam Bäurin“ausgewählt.
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Die Volksspielgruppe Altenerding hat sich für diese Theatersaison das bayerische Schauspiel „Madam Bäurin“ausgewählt.

Freiluftauführung der Volksspielgruppe Altenerding: Madam Bäurin

Liebesgeschichte vor perfekter Kulisse

Das bayerische Schauspiel „Madam Bäurin“ hat sich die Volksspielgruppe Altenerding für diese Theatersaison ausgesucht. Die rund 45 Schauspieler zeigten unter der Regie von Renate Eßbaumer und Manuela Schieder am Donnerstagabend im Bauerhausmuseum eine gelungene Premiere.

Erding – Vor der perfekten Kulisse des Bauernhausmuseums Erding präsentierte die Volksspielgruppe Altenerding am Donnerstagabend die Premiere des Stückes „Madam Bäurin“ nach dem gleichnamigen Buch von Lena Christ. Die bayerische Autorin, die in ihrer Bedeutung als das weibliches Pendant von Ludwig Thoma gesehen wird, schrieb den Roman 1919 in Landshut. Bekanntheit erlangte das Stück durch eine Verfilmung im Jahr 1993, bei der Franz Xaver Bogner das Drehbuch schrieb und auch Regie führte.

Die Handlung, die zur Zeit des Ersten Weltkrieges spielt, ist schnell erzählt: Rosalies Mutter, die verwitwete Rätin Madame Scheuflein, sieht die Zukunft ihrer Tochter in der Ehe mit einem wohlhabenden Assessor. Zuvor fahren die Damen mit Tante Adele zur Sommerfrische aufs Land. Franz, dem künftigen Erben des Hofes, gefällt Rosalies unbekümmerte und hilfsbereite Art und sie verlieben sich ineinander. Vater Schiermoser gibt seinen Segen. Rosalies und auch Franz’ Mutter sind außer sich – Stadt- und Landleben prallen aufeinander.

Bereits bei den vergangenen Aufführungen zeigte sich der Perfektionismus der Volksspielgruppe Altenerding. Auch dieses Mal oblag die Gesamtleitung Erich Peinelt, und die Teams, die für Requiste, Maske, Kostüm und Bühnenbau verantwortlich sind, hatten ganze Arbeit geleistet. Das Bauernhausmuseum als Kulisse für anno dazumal könnte nicht geschickter gewählt sein. Raffiniert präsentiert sich auch die Bühne – zwei Zimmer nebeneinander, die gleichzeitig als Stadtwohnung und Bauernstube dient. Ein blaues Oldtimer-Automobil und ein Pferdegespann sorgten für Raunen im Publikum.

Die schauspielerischen Leistungen – allen voran der Hauptdarsteller – sind beachtlich. Besonders hervorzuheben ist hierbei Anneliese Adelsperger. Die Regisseurinnen Renate Eßbauer und Manuela Schieder hatten einen guten Riecher, mit ihr die verbitterte und missmutige Bäuerin Schiermoser zu besetzen. Es war ihre erste Hauptrolle, und sie meisterte sie auf Anhieb grandios. Das ganze Stück hindurch schimpfte und polterte sie, ohne eine Miene dabei zu verziehen. Dass sie auch Lachen kann, merkte das Publikum erst am Ende, als sie freudestrahlend ihren vollverdienten, langanhaltenden Applaus entgegennahm.

Kuss-Szenen wirken sehr authentisch

An ihrer Seite brillierte Gerhard Zech als ihr Ehemann und Schiermoser-Bauer. Von dessen Schauspieltalent war man jedoch weniger überrascht, stand er doch schon öfter in tragenden Rollen auf der Bühne.

Katrin Herold und Markus Fruhmann spielten überzeugend das frisch verliebte Paar Rosalie und Franz – vor allem die Kussszenen wirkten sehr authentisch.

Ein besonderes Lob verdienen außerdem Regina Mühlbauer als Rätin von Scheuflein, Rosalies Mutter, und Leonore Wimmer als Tante Adele. Das hysterische Gekichere der Rätin – an passenden wie auch unpassenden Stellen – sorgte für etliche Lacher im Publikum.

Frech und übermütig kam der junge Knecht Korbi daher, den Moritz Zech schelmisch mimte.

Aber es gab nicht nur lustige Szenen. Das Lachen im Hals blieb dem Zuschauer stecken, als der Bauer seine Magd dem Offizier verkauft, um den eigenen Sohn vor dem Wehrdienst zu retten. Die durchdringenden Schreie und das Wimmern, das während der Vergewaltigung aus der Scheune drang, ging durch Mark und Bein. Hier verdient Tamara Peinelt als Magd Nanni großen Respekt für über überzeugende Darstellung der schwierigen Szene.

Marktleben in der Pause

Die Pause wurde durch das Marktgeschehen bereichert. Auch hier wirkte alles sehr authentisch und detailverliebt. So waren die Eierfrauen mit echten Hühnern unterwegs, und die Schnapsfrauen verkauften kleine Schnapsflascherl mit „Madam Bäurin“- Aufdruck.

Obwohl die Tontechniker gute Arbeit leisteten, mussten sich die Zuschauer konzentrieren. Denn die Schauspieler sprachen in einem ausgeprägten Bairisch, zum Teil mit vielen altbairischen Ausdrücken. Ein Zuagroaster sollte also einen Dolmetscher mitbringen.

Alexandra Anderka

Weitere Aufführungen

sind am 1., 7., 8., 13., 14., 15., 21. und 22. Juli. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass um 18 Uhr, denn es gibt Bewirtung in einem eigens aufgebauten Biergarten. Tickets für je 24,30 Euro gibt’s unter Tel. (0 81 22) 99 07 12 oder per E-Mail an ticket@stadthalle-erding.de.

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