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Plan: So soll das Hospiz in Erding aussehen. Der Architekt will ein klinikartiges Gebäude bewusst vermeiden.

Herzensprojekt der Familie Folger

Hospiz-Pläne schreiten voran: Generalunternehmer gesucht – Nächstes Jahr soll gebaut werden

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Die Planungen schreiten voran: Das Freisinger Ehepaar Marianne und Werner Folger will in Erding ein Hospiz errichten. Derzeit wird händeringend ein Generalunternehmer gesucht.

Freising/Erding – Noch ist er nicht gefallen, der Startschuss für das engagierte Hospiz-Projekt des Freisinger Ehepaars Marianne und Werner Folger sowie ihrer dafür gegründeten MWS-Stiftung. Der Bau des Sophien-Hospizes am Sternweg in Erding ist eigentlich in trockenen Tüchern, wie Marianne Folger jetzt mitteilt: Die Pläne sind fertig, die Genehmigung in Erding erteilt. Aber: „Wir sind für 2020 derzeit händeringend auf der Suche nach einem Generalunternehmer.“ Das sei derzeit nicht leicht. „Deren Auftragsbücher sind voll.“

„Die Baupreise steigen ja weiter“

Der Zeitplan der Folgers sieht vor, dass nächstes Jahr so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden soll. 2021 dann möchte man mit dem Hospiz starten. Marianne Folger hofft auch aus einem weiteren Grund auf einen schnellen Baustart, denn: „Die Baupreise steigen in der Zwischenzeit ja weiter.“

Sehr engagiert: Das Ehepaar Marianne und Werner Folger macht sich stark für die Hospizbewegung.

Das Grundstück, das die Stadt Erding geerbt hat und der Stiftung in Erbbaurecht überlässt, ist 2800 Quadratmeter groß. Die Grundflächen in Unter- und Erdgeschoss werden jeweils gut 1000 Quadratmeter messen. Bauherr und Betreiber wird die MWS-Stiftung sein.

Fünf Millionen Euro stecken die Folgers in das Projekt

Rund fünf Millionen Euro steckt das Freisinger Ehepaar über seine Stiftung in das soziale Projekt, das Sterbenden aus dem Landkreis Freising und Erding im letzten Abschnitt ihres Lebens die richtige Betreuung ermöglichen soll. Zwölf sogenannte Gästezimmer soll das künftige Sophien-Hospiz bereithalten. Marianne Folger berichtet, dass man frühzeitig damit beginnen werde, Personal einzustellen – vor allem Palliativ-Care-Fachkräfte. Das sei angesichts der derzeitigen Lage auf dem Arbeitsmarkt kein leichtes Unterfangen, sagt die Freisingerin.

In diesem Zusammenhang gebe es laut Marianne Folger aber auch schon positive Meldungen: Mit Thomas Heim ist bereits ein Geschäftsführer gefunden. Und auch die fachliche Leitung für den Betrieb des Hospizes ist besetzt: mit Rita Gabler, die derzeitige fachliche Leiterin des Palliativ-Teams in Erding.

Hospiz als Herzensprojekt

Das Hospiz der MWS-Stiftung ist ein Herzensprojekt der Folgers – und eine Einrichtung, die laut Marianne Folger, die sich seit vielen Jahren in der Hospizbewegung engagiert, „dringend in beiden Landkreisen gebraucht wird“. Deswegen setzt das engagierte Freisinger Ehepaar seit fünf Jahren alles daran, diese Einrichtung ins Leben zu rufen. Startschuss war die Gründung der MWS-Stiftung.

Sophien-Hospiz bleibt finanzielle Kraftanstrengung

Auch nach der Fertigstellung wird das Projekt Sophien-Hospiz eine große finanzielle Kraftanstrengung für das Ehepaar darstellen. „Die Krankenkassen übernehmen nur 90 Prozent der notwendigen Kosten des Hospiz-Betriebs“, erklärt Marianne Folger gegenüber dem FT. Also wird der Rest der laufenden Kosten wiederum aus privater Quelle sowie aus Spendengeldern zu bestreiten sein. 

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