Vorbildlicher Einsatz: Bernhard, Carolin, Milena und Christina (v. l.) beseitigen die Überreste der Abschlussfete am Pullinger See – auch stellvertretend für andere Partygäste, die sich zum Aufräumen nicht mehr blicken ließen. Foto: lehmann

Fröhlich feiern - ohne Frust

Freising - Die heiße Phase der Schulabschlusspartys läuft: Keine Feier ohne Weiher - auch mal bis zum Umfallen. Um Exzesse wie kürzlich in Erding zu verhindern hat man in Freising gehandelt.

Keine Abschluss-Feier ohne Weiher - auch mal bis zum Umfallen. So wie in Erding, wo ein Fest am See kürzlich völlig aus dem Ruder lief: volltrunkene Schüler, verletzte Polizisten. In Freising haben Polizei, Stadt und Schulen einen Runden Tisch eingerichtet - und so Exzesse verhindert.

Ob FOS, BOS oder die drei Gymnasien: Alle Abschlussklassen haben am großen Pullinger Badesee gefeiert. Fazit: Keine besonderen Vorkommnisse. Auch 50 Freisinger Realschüler mit ihrem Schülersprecher Korbinian Lorenz (17) waren jetzt beim Feiern am Pullinger See - an dem Teil, der noch nicht offziell für den Badebetrieb freigegeben ist. Doch dann feierten plötzlich 150, weil auch Echinger Schüler zum „Pullinger“ gepilgert waren. Sogar die Straße zwischen Pullinger Bahnhof und Baggersee musste gesperrt werden, weil die Echinger mit der S-Bahn gekommen waren. Aber trotzdem gab’s keine Exzesse wie in Erding, wo hunderte volltrunkene Schüler randalierten, Polizisten verletzten und BRK-Helfer bespuckten.

Dass in Freising die Abschluss-Feten ohne Chaos verliefen, kommt nicht von ungefähr: Denn Korbinian Lorenz wurde - wie alle seine Schülersprecher-Kollegen - für die Organisation solcher Feste geeicht. Bei einem Treffen aller Verantwortlichen im Herbst 2011 wurden die Spielregeln festgelegt. Freisings Vize PI-Chef Michael Ertl: „Nachdem die Schülerpartys immer mehr wurden, haben wir uns alle an einen Tisch gesetzt - Direktoren, Schülersprecher, Polizei und Stadtvertreter.

Auch Karl-Heinz Wimmer vom Ordnungsamt der Stadt Freising ist zufrieden: „Es war die richtige Entscheidung, dass wir miteinander schon mal die Richtung abgesteckt haben.“ So sei alles in die richtigen Bahnen gelenkt worden. „Jede Schule hat seither ihre Party bei uns angemeldet.“ Und die Gebühr von 450 Euro, die bezahlt werden muss, sei auch gut angelegt: „Dafür gibt’s Schützenhilfe vom Bauhof, etwa mit dem Aufstellen von Tonnen.“

Heute feiern übrigens als letzte in der Reihe die Wirtschaftsschüler. Doch da ist Wimmer auch nicht bange: „Die haben sich mustergültig angemeldet und sogar für BRK und Feuerwehr gesorgt.“

Trotzdem: „Die Gespräche werden auch künftig weitergehen.“ Noch könne man vieles verbessern, damit es beim Feiern bleibt und nicht zum Frustschieben kommt. Wimmer: „Wir von der Stadt wollen keine Spaßbremse sein.“ Außerdem stünde 2013 eine große Änderung ins Haus, meint Wimmer: „Da wird der große Badesee angelegt.“ Und dann werden die Karten für die Partygänger neu gemischt.

Freilich: Nicht immer läuft alles glatt. Korbinian Lorenz und 14 weitere Aufrechte der Freisinger Realschule mussten gestern Vormittag auch den Müll der Echinger „Kollegen“ sammeln. „Einen Pkw-Anhänger voll Müll haben wir zusammengebracht“, schilderte der Schülersprecher. Von den Echingern habe sich leider niemand mehr blicken lassen. Selbst Ikea-Einkaufswagen, die im Uferbereich versenkt worden waren, mussten die Freisinger zurückbringen. Dafür gab’s aber auch ein Sonderlob von Karl-Heinz Wimmer: „Die haben vorbildlich gearbeitet.“ Daran sehe man auch, dass der Freisinger Weg der richtige sei.

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