Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter
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Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

Kommentar

Erding: Frostige Corona-Freuden: So wird das nichts mit den neuen Freiheiten

  • vonTimo Aichele
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Niedrige Inzidenzen und noch niedrigere Temperaturen. So hat man nicht viel von den neuen Lockerungen. Unser Kommentar.

Die Infektionszahlen sind im freien Fall und die ersten Biergärten offen. Den ganzen langen Corona-Winter haben wir auf solche erlösenden Nachrichten gewartet. Und jetzt? Bleiben die meisten dann doch lieber daheim. Wer sich durch die konsequente Einhaltung der AHA-Regeln weder Covid-19 noch sonstige Infektionskrankheiten eingefangen hat, läuft jetzt Gefahr, erkältet vom ersten Bier unter freiem Himmel nach Hause zu kommen. Und Kamillentee aus dem Bierkrug, das trinkt ja außer weiland Edmund Stoiber auch niemand.

Wärmer könnt’s also sein. Aber auf Urlaubsfotos von Kollegen aus Italien sehen wir auch grauen Himmel und dicke Jacken. Also machen wir das Beste draus – ganz ungetrübt von jedem Reise-Neid. Hierfür ein paar Tipps.

Für den definitiv noch kühlen Samstagabend würde sich ein Besuch im s’Kino im Jakobmayer in Dorfen anbieten – sozusagen als eine der letzten Gelegenheiten für Kinogenuss ohne den sehnsüchtigen Blick nach draußen in die laue Sommernacht. Etwas Optimist wird man ja wohl noch sein dürfen. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ steht auf dem Spielplan.

Da auch der Sonntag noch etwas frostig sein wird, helfen uns die stabil niedrige Inzidenz und das Landratsamt. Die Behörde erlaubt nun offiziell, was sich der eine oder andere auch so schon das eine oder andere Mal heimlich gestattet hat: Treffen mit etwas mehr Menschen im Inneren (für Corona-bürokratische Details siehe lokale Seite 1). Also ein ganz legaler Spieleabend mit drei Paaren plus X. Dafür braucht es mindestens „Die Siedler“ mit Erweiterung oder das Rollenspiel „Werwolf“.

Was sich übrigens trotz Inzidenz von 13,0 verbietet, ist ein scheinheiliges „Klappstuhl-Frühstück“. An drei Sonntagen in Folge trafen sich schon bis zu 60 Menschen dazu auf dem Unteren Markt in Dorfen. Diese Treffen sind nichts anderes als koordinierter und nicht angemeldeter Protest gegen Corona-Maßnahmen. Die Teilnehmer behaupteten allen Ernstes, dass sie sich nur zufällig getroffen hätten. Mit solchen Manövern halten sie die Corona-Laune gezielt schlecht.

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