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Für die Weiterbildung öffnet der Bund seine Schatulle

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Von: Veronika Macht

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Ein Mann tippt auf einer Tastatur eines Laptops.
Die Bildungsprämie können Weiterbildungswillige beantragen, die bestimmte Förderkonditionen erfüllen. Das Programm wurde jetzt verlängert. In Erding ist die VHS Beratungsstelle (Symbolbild). © Silas Stein/dpa

Die Bildungsprämie unterstützt Menschen mit geringem Einkommen, die sich weiterbilden wollen. Im Landkreis ist die VHS Erding Beratungsstelle.

Erding – Jahrzehntelang beim gleichen Unternehmen – solche Lebensläufe gibt es kaum noch. Gleichzeitig steigt bei vielen Menschen der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung. Beides erfordert eigenständiges Bemühen um Weiterbildung, unabhängig vom Arbeitgeber. Gerade Menschen mit geringem Einkommen können sich dies jedoch oft nicht ohne Weiteres leisten.

Eleni Lehner ist geschulte Beraterin an der VHS

Hier setzt die Bildungsprämie mit einem staatlichen Zuschuss an. Bundesweit informieren rund 500 Beratungsstellen über persönliche Weiterbildungsmöglichkeiten und die Bildungsprämie. Was viele nicht wissen: Eine dieser Stellen ist die Erdinger Volkshochschule (VHS).

Als geschulte Beraterin informiert Eleni Lehner Interessierte in einem kostenfreien Gespräch darüber, welche Weiterbildung sie ihrem beruflichen Ziel näher bringt und mit der Bildungsprämie gefördert werden kann.

Eleni Lehner von der VHS Erding
Eleni Lehner von der VHS Erding informiert Bildungshungrige über die Bildungsprämie. © Hans Moritz

Die meisten Interessenten wissen bereits vor dem Gespräch, welche Fortbildung sie machen möchten und wo. Dabei geht es um individuelle berufsbezogene Weiterbildung. Berufsbezogen heißt, dass die Weiterbildung für den beruflichen Kontext wichtig sein muss – für die aktuelle oder eine geplante neue Tätigkeit. Individuell heißt, dass es um die persönlichen Bildungsinteressen geht – immer unabhängig von den Interessen des Arbeitgebers.

Reaktion auf Corona-Pandemie: Programm verlängert

Das Bundesprogramm Bildungsprämie, finanziert durch den Bund und den Europäischen Sozialfonds, gibt es seit 2008. Erst vor wenigen Tagen wurde es bis Ende 2021 verlängert. „So lange kann man sich beraten lassen und einen Gutschein bekommen, für die Anmeldung zur Fortbildung hat man danach noch sechs Monate lang Zeit“, erklärt Lehner, die seit der ersten Förderperiode als Beraterin tätig ist.

Mit der Verlängerung begegnet das Bildungsministerium den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Weiterbildungs- und den Beschäftigungsmarkt. „Viele Menschen müssen mit zum Teil einschneidenden Veränderungen in ihrer beruflichen Entwicklung umgehen“, teilt das Ministerium mit. Gleichzeitig habe die Corona-Krise zu Einschränkungen der Weiterbildungsmöglichkeiten geführt. Interessierte Erwerbstätige mit geringem Einkommen sollen daher gerade jetzt unterstützt werden.

Auch Kurzarbeitende sind grundsätzliche förderfähig

Der Prämiengutschein richtet sich an Personen, die mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind – angestellt oder selbstständig – oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befinden. Das zu versteuernde Einkommen darf maximal 20 000 Euro (als gemeinsam Veranlagte 40 000 Euro) betragen. Auch Kurzarbeitende sind grundsätzlich förderfähig, sofern alle weiteren Förderkonditionen erfüllt sind.

Pro Kalenderjahr kann man einen Prämiengutschein erhalten. Damit übernimmt der Staat die Hälfte der Veranstaltungsgebühren, höchstens aber 500 Euro. Auch eine sogenannte Externenprüfung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder Handwerksordnung (HwO) kann gefördert werden. Wer sich in den Bereichen Grundbildung, Sprachen und EDV fit machen will, kann die Gutscheine ebenfalls beantragen.

Beratung weiterhin telefonisch möglich

Die meisten Menschen, die sich an der VHS in Erding informieren, kommen aus der näheren Umgebung. Lehner hat aber auch schon Interessenten aus Landshut, Ebersberg, München, Eggenfelden und sogar Augsburg beraten. In den vergangenen drei Jahren zählte sie rund 30 Beratungen pro Jahr. „Als wir 2008 angefangen haben, waren es 60/70 Gespräche jährlich“, erinnert sich Lehner. In den vergangenen Monaten hat sie wegen der Corona-Beschränkungen nur vier Beratungen durchgeführt, allesamt am Telefon. Die Beratung auf Distanz wird bis zum Programmende im Dezember 2021 beibehalten. Es kann also weiterhin telefonisch beraten werden.

Die notwendige Unterlagen wie Beschäftigungsnachweis oder Einkommensteuerbescheid schickt man per Post oder E-Mail, auch der Prämiengutschein kann digital übermittelt werden. Muss coronabedingt die geplante Weiterbildung ausfallen, können ungenutzte Gutscheine umgetauscht werden. Wird eine Maßnahme wegen Corona verschoben, kann man den Kurs zu einem späteren Zeitpunkt beim gleichen Anbieter nachholen, erklärt Lehner.

Kontakt und Infos

VHS Erding, Eleni Lehner, Tel. (0 81 22) 97 87 21 02 oder E-Mail eleni.lehner@vhs-online.de. Alle weiteren Infos zur Bildungsprämie stehen im Internet auf www.bildungspraemie.info.

vam

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