Alles abgedeckt ist beim Pano am Schrannenplatz in Erding.
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Vor allem im Lockdown-Winter wirkte die Erdinger Innenstadt wie ausgestorben. (Archivbild)

Wählergruppe will die Innenstadt beleben – Antrag an Stadtrat

Erding Jetzt: Aktionsplan für die Altstadt

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Die Wählergruppe Erding Jetzt hat einen Aktionsplan ausgearbeitet. Mit verschiedenen Ideen will sie für eine lebhaftere und buntere Altstadt sorgen.

Erding – Die Corona-Pandemie hat vieles verändert, auch die Erdinger Altstadt. Sie wirkte in den Lockdown-Wochen oft wie ausgestorben. Deshalb hat die Wählergruppe Erding Jetzt einen Aktionsplan zur Belebung ausgearbeitet, den sie im Stadtrat diskutieren will. Im Fokus: der Schrannenplatz als Veranstaltungsraum, Fußgängerzone am Wochenende und Sperrzeitverkürzung für die Sommermonate.

„Die Altstadt ist speziellen baurechtlichen und tatsächlichen Gegebenheiten unterworfen, die sich deutlich unterscheiden vom Stadtrand, insbesondere von den ausgewiesenen Einzelhandels- und Gewerbeflächen“, heißt es in dem von Hans Egger unterzeichneten Antrag von Erding Jetzt. Aus diesem Grund sei die besondere Schutzbedürftigkeit der Altstadt schon seit jeher besonderes Ziel der Politik. Sie sei seit hunderten von Jahren Lebens- und Aufenthaltsraum, nicht nur für die ältere Bevölkerung, sondern zunehmend auch für Jüngere.

Gerade in der Corona-Pandemie sei die Erdinger Altstadt in ihrer wirtschaftlichen Substanz nochmals deutlich in Frage gestellt worden. „Dieser Entwicklung gilt es gegenzusteuern, und zwar rechtzeitig“, erklärt Egger im Antrag auch mit Blick auf den Einzelhandel. Dabei solle auch angemessen auf die Interessen derer Rücksicht genommen werden, die in der Altstadt wohnen, betont er.

Kunst am Schrannenplatz

Erding Jetzt schlägt vor, den Schrannenplatz jeweils am Samstagnachmittag als Veranstaltungsraum zu nutzen. „Dabei können Erdinger Musikgruppen und Nachwuchskünstler vortragen, Aktionskünstler sich betätigen oder andere Ideen verwirklicht werden“, so Egger.

Autofrei am Samstag und Sonntag

Außerdem spricht sich die Fraktion für eine temporäre Fußgängerzone aus – von Samstag, 14 Uhr, bis Sonntag 18 Uhr (Lieferanten frei). In dieser Zeit könnte die Zufahrt an den Knotenpunkten Langen Zeile/Am Gries, Friedrich-Fischer-/Münchener Straße und Schöner Turm gesperrt werden. „Damit wäre die Voraussetzung geschaffen, eine von vielen Seiten grundsätzlich gewünschte Fußgängerzone am Wochenende zu etablieren oder versuchsweise auszuprobieren“, erklärt Egger.

Der langjährige Stadtrat betont, dass „wir diese Zone nur für das Wochenende für sinnvoll erachten, während der Woche lehnt unsere Fraktion diese Zone ab“. Am Wochenende könnte die Lange Zeile zudem als Aktionsraum freigegeben werden. Zumutbar hält es Erding Jetzt auch, vom 1. Juli bis 31. August freitags und samstags die Sperrzeit auf öffentlichen Flächen auf 24 Uhr zu verkürzen. Bislang gilt 23 Uhr.

Neue Impulse im Stadtmarketing

Neue Impulse verspricht sich die Wählergruppe von der personellen Neubesetzung des Stadtmarketings. Diese könnte versuchen, leer stehende Geschäfte zu eruieren, die Absichten bestehender Einzelhändler erkunden, fehlende Branchen im Sinne einer optimalen Frequenz und gegenseitigen Befruchtung zu ermitteln und bei Bedarf bei der Neu- oder Weitervermietung mitwirken, so die Vorstellungen von Erding Jetzt.

Tagescafé am Dunscheberge

Nicht optimal gestaltet findet Erding Jetzt auch den Bereich „Dunscheberge“ an der Altstadtmauer zwischen Heilig-Geist-Hof und Grünem Markt. Hier kann sich die Fraktion einen größeren Spielplatz und einen kleinen Biergarten – nur tagsüber – oder ein Tagescafe vorstellen.

Stellplätze: Ablösefrei für Einzelhandel

Zu guter Letzt schlägt Erding Jetzt vor, die Stellplatzablöse von 10 000 Euro bei Einzelhandelsflächen in der Altstadt zu streichen. „Die Vorschrift erschwert unnötig die Nutzung, Umnutzung und Nutzungsänderung und behindert die nötigen Anpassungen im Einzelhandel der Altstadt“, so Egger. Er lässt nicht unerwähnt, dass die Einnahmen durch die Ablöse „seit vielen Jahren nicht nennenswert sind“.

Gabi Zierz

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