Ein Meer aus Stiefmütterchen: Sandra und Robert Gauster in einem ihrer Gewächshäuser in Dorfen.
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Ein Meer aus Stiefmütterchen: Sandra und Robert Gauster in einem ihrer Gewächshäuser in Dorfen.

Ansturm zur Öffnung am heutigen Montag erwartet – So rüsten sich die Unternehmer

Gärtnereien blühen wieder auf

Passend zum frühlingshaften Wetter der vergangenen Tage ist der Corona-Lockdown unter anderem für die Gärtnereien beendet. Sie dürfen ab dem heutigen Montag wieder öffnen. Wir haben uns bei den Floristen im Landkreis umgehört, wie sie sich für den erwarteten Ansturm gerüstet haben.

VON ANNA HOBMAIER

„Wir haben uns explizit gegen Werbemaßnahmen zur Öffnung entschieden. Die Situation soll händelbar sein, damit jeder Kunde zufrieden seinen Frühlingseinkauf erledigen kann“, berichtet Robert Gauster von der Dorfener Gärtnerei Gauster.

Der Neustart nach über zwei Monaten Schließung geschieht unter strengsten Auflagen. Juliane Flei, Inhaberin von Blumen Flei in Reitenhofen, erzählt, es gibt neben dem ohnehin geltenden Mindestabstand von 1,5 Metern auch Abstandshinweise. „Zum Schutz der Kunden bitten wir immer nur eine Person in den Verkaufsraum, die anderen können derweil im Außenbereich warten.“

Auch bei Gauster in Dorfen wird Wert auf die Abstände gelegt. „Genug Fläche ist bei uns auf jeden Fall da, sodass die Kunden sich aus dem Weg gehen können“, erklärt Gauster. Auch in der Gärtnerei Strohmair und Hirsch in Erding gibt es allerlei Maßnahmen zum Infektionsschutz: Desinfektionsspender, Abstandsbänder und natürlich – wie bei allen anderen auch – die FFP2-Maskenpflicht. Auch die Verkäufer müssen mindestens eine medizinische Maske tragen, die Gärtnereien ein ausgearbeitetes Hygiene-Konzept vorweisen können.

Der Erdinger Gärtnermeister Stefan Strohmair erzählt, es sei eine Erleichterung und Freude gewesen, als er und sein Team erfahren hätten, dass sie wieder öffnen dürfen. „Wir sind sehr glücklich und haben uns sofort für den Frühlingsverkauf gerüstet“, teilt auch Juliane Flei mit. Werkstücke seien fertiggestellt worden, und im Großmarkt habe man eine Vielzahl an Gemüsesorten und Frühblühern eingekauft.

Alles steht bereit: Staudenmeisterin Claudia Warneke in der Erdinger Gärtnerei Strohmair und Hirsch.

Viele Kunden würden neben der Gärtner-Ware, wie den Pflanzen für Gemüsebeete, bereits Osterdeko oder Geschenkartikel kaufen. Flei ist auch dafür vorbereitet. Zu dem Verkauf komme noch die Frühjahrsbepflanzung der Gräber. Auch Flei erwartet viele Kunden.

Stefan Strohmair und Franz Hirsch versuchen, den Kundenstrom bestmöglichst über die Zahl der Einkaufswagen und Abstandsmarkierungen zu regeln. Sie bauen den größten Teil selbst an, weshalb sie in Sachen Beschaffung keine Engpässe erwarten.

Ministerpräsident Markus Söder argumentiert hinsichtlich der Öffnung, dass es sich um verderbliche Ware handle, weshalb eine verlängerte Schließung für die Branche fatal wäre. „Es gibt Möglichkeiten, die Pflanzen über einen gewissen Zeitraum zu konservieren, zum Beispiel durch bestimmte Temperaturregelung. Dieses Zurückhalten kann aber nicht ewig so bleiben, besonders jetzt nicht mehr, wenn es wieder wärmer wird.“ Für Gauster kommt die Öffnung gerade noch rechtzeitig.

Auch Strohmair sieht das so. Er beschäftigt derzeit zehn Mitarbeiter. „Wir haben das Glück, dass wir keine Kurzarbeit hatten. Bei uns wurden über die letzten Wochen einfach Überstunden abgebaut. Wenn es jetzt wieder losgeht, kommen die Stunden wieder hinzu.“

Alle hoffen inständig, dass die Zahlen nicht wieder ansteigen und die Blumenläden und Gärtnereien offen bleiben können. Strohmair wünscht sich, dass die Bürger vernünftig bleiben. „Es wäre eine Erleichterung für alle, wenn jeder ein wenig Verständnis mitbringen und die Maßnahmen einhalten würde.“ Damit sei ihnen schon sehr geholfen.

Auch in der Wartenberger Gärtnerei Stockmaier-Cermark hofft man auf eine bessere Zukunft: „Doch dafür muss man an die Vernunft der Menschen appellieren.“

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