Mit 1,6 Millionen Besuchern pro Jahr ist die Therme Erding der stärkste Tourismusmagnet in der Region. Foto: ham

2015: Rekordjahr für die Tourismusbranche in Erding 

Gäste geben 76 Millionen Euro aus

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Erding - Der Tourismus entwickelt sich in Stadt und Landkreis zu einem der stärksten Motoren der lokalen Wirtschaft. 2015 war erneut ein Rekordjahr. Noch nie waren die Wachstumsraten so groß.

2013 wurden im Kreis Erding erstmals mehr als eine Millionen Übernachtungen gezählt. Voriges Jahr waren es 1,13 Millionen – ein Plus von 7,3 Prozent im Vergleich zu 2014. Die größten Sprünge machten (das touristisch noch ausbaufähige) Dorfen sowie die Stadt Erding. Zahlenmäßig die meisten Übernachtungen wurden erneut aus Oberding gemeldet, was an den zahlreichen Hotels am und um den Flughafen liegt ist. Insgesamt trafen 709 400 Kurzurlauber im Landkreis ein, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Daten teilt Landrat Martin Bayerstorfer mit, der zufrieden das Fazit zieht: „Diese Zahlen zeigen, dass sich die Menschen bei uns wohlfühlen.“ Als größte Leuchttürme des boomenden Wirtschaftszweigs nennt der CSU-Politiker Weißbräu, Therme und Flughafen.

Allein in Erding wurden 67 000 Übernachtungen mehr als 2014 gezählt. Laut Cheftouristiker Günther Pech trafen 261 356 Gäste in der Kreisstadt ein, 18,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie brachten es auf 442 707 Übernachtungen, ein Plus von 17,8 Prozent. So stark wie im vergangenen Jahr war der Zuwachs noch nie. Zudem wurde erstmals die Marke von 400 000 Nächten geknackt, berichtet Pech. Für dieses grenzenlos scheinende Wachstum sorgten 24 Erdinger Betriebe mit mehr als zehn Betten. Pech verweist aber auch auf die 30 Kleinbetriebe mit unter zehn Plätzen, die in der Statistik unberücksichtigt bleiben.

Pech freut nicht nur die Popularität der Stadt als touristische Destination, sondern auch die damit verbundene Stärkung der Wirtschaft. „Jeder Gast gibt im Schnitt 172,20 Euro am Tag aus“, zitiert er das Deutsche Institut für Fremdenverkehr. „Das bedeutet für Erding einen Bruttoumsatz von 76,2 Millionen Euro.“ Davon profitiere nicht nur die Branche. 62 Prozent entfallen laut Institut aufs Gastgewerbe (48,2 Millionen Euro), 21 Prozent auf den Einzelhandel (16 Mio. e) und 15,8 Prozent auf Dienstleistungen (12 Mio. e). Der Tourismus ist für Pech nicht Steuerquelle, sondern auch Wirtschafts- und Jobmotor.

Dass in der der Gäste-Top-Ten (Kasten) China auf Platz drei liegt, liegt laut Pech an einem Hotel, in dem die Fluggesellschaft Air China ihre Crews unterbringt. Neu ist die Popularität bei den Schweizern. Das könnte an den gezielten Werbemaßnahmen des Erdinger Weißbräu im vergangenen Jahr liegen. Ganz oben rangieren weiter die Österreicher – kaum eine Nation liebt das Thermalbaden so wie unsere Nachbarn.

Von Hans Moritz

Top Ten der Gäste:

1. Österreich: 67 787

2. China: 17 530

3. Italien: 15 472

4. Schweiz: 5330

5. Großbritannien: 4757

6. USA: 4442

7. Indien: 3553

8. Frankreich: 3427

9. Bulgarien: 2321

10. Russland: 1713

(Übernachtungen in der Stadt.)

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