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Gemeinsame Zugabe: Nach dem Prinzenwalzer von Luna I. von Tanz und Treibauf und Kilian I., „der Zehner hoch Fünf“, zeigten sie – unterstützt von den Jungelfern und Gardemädchen eine Art Line-Dance zu Abba-Melodien. Das Publikum in der Stadthalle klatschte gerne mit.
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Gekonnte Darbietung: Sina I. von Tanz und Tolino und Fynn I. von Rede und Antwort.
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TV-Duell zur OB-Wahl im Sketch (v. l.): die Kandidaten Alexander Gutwill (Thomas Brix), Thomas Schmidbauer (Florian Pfeiffer), Petra Bauernfeind (Steffi Schadt) und Max Gotz (Alex Genstorfer) mit Moderatorin Anja Sophie Mair und Karl „Gschmei“ Schmid als Bergarbeiter Zwerg.
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Eine Schau: Die Jungelfer der Narrhalla Erding begeisterten mit komödiantischem Talent und gesanglicher Qualität. Sie hatten bei ihrem Auftritt sichtlich Spaß. Unterstützt wurden sie von Andi und Dieter Jäckel (v. r.).
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Das Tanzpaar Serafina und Christoph.
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Faschingsauftakt

Galaball der Narrhalla in Erding: Die Wiedergeburt der Jungelfer

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Erding- Der Galaball der Narrhalla Erding hatte viele Höhepunkte: Einer war der komödiantische Gesangsauftritt der Jungelfer, die quasi eine Wiedergeburt feierten. 

Zwei schlagfertige Prinzenpaare, eine beeindruckende Prinzengarde, ein bezauberndes Tanzpaar, ein gelungener Sketch, großartige Jungelfer und als Cowboys verkleidete Lieselotten: Der Galaball der Narrhalla Erding am Samstagabend in der ausverkauften Stadthalle hatte viele Höhepunkte. Was für ein fulminanter Auftakt der Faschingssaison – für die Narrhalla übrigens die 90. seit ihrer Gründung im November 1929.

Großer Andrang beim Galaball

Der Andrang auf den Galaball war – wie jedes Jahr –groß. Erstmals dabei war heuer auch Star-Kabarettistin Monika Gruber, die 2017 den Reiherorden verliehen bekommen hatte. Die Besucher erlebten zwei selbstbewusste und charmante Reden der Prinzenpaare, die einiges anprangerten wie den Christkindlmarkt mit Plastikeisbahn, den Rathaus-Tunnel –an dessen Stelle ein Zebrastreifen mit Beamtenlotsen billiger wäre, die ohne Zuschauertribüne geplante Mehrzweckhalle in den Geislinger Ängern oder die mögliche Fußball-Fusion Altenerding-Erding. Für diesen Vorschlag wäre man vor zehn Jahren noch gesteinigt worden, meinten Prinzessin Luna I. von Tanz und Treibauf und Prinz Kilian I., „der Zehner hoch Fünf“. Ihre Lieblichkeit trug einen silbernen Traum aus Tüll und Spitze, seine Tollität einen maßgeschneiderten Frack. Dass die Zehners närrisches Blut haben, hatte Kilians Bruder Ferdinand drei Jahre zuvor als Narrhalla-Prinz bewiesen – und Kilian stand ihm in nichts nach.

Zwei charmante und selbstbewusste Prinzenpaare

Den Anfang machte das Kinderprinzenpaar Sina I. von Tanz und Tolino und Fynn I. von Rede und Antwort. Die beiden Zehnjährigen forderten „Kinder an die Macht“ und zeigten einen Cha-Cha-Cha. Das große Prinzenpaar tanzte Walzer zu „Can I Have This Dance“, einstudiert von Britta Müller. Als Zugabe gab’s gemeinsam mit den Jungelfern und Gardemädchen eine Art Line Dance zu Abba-Melodien – eine charmante Idee von Tanzlehrer Arthur Faiss. Auch die 14-köpfige Prinzengarde samt Tanzpaar Serafina und Christoph beeindruckte.

Ein multimediales Spektakel

Der als multimediales Spektakel angekündigte Sketch „Die Erding-Show“ deckte einige merkwürdige Vorgänge in der Großen Kreisstadt auf. In Einspielerm auf der Video-Leinwand befragte Außenreporter Hans Moritz (gespielt von Steffen Schadt) Passanten zum Sparkassen-Neubau, zu den beiden geplanten Feuerwehrhäusern und zum Christkindlmarkt. Am Klinikum traf er sich mit den beiden Landratskandidaten Bayerstorfer (Dieter Jäckel) und Hans Schreiner (Max Thalhammer). Großartig auch das TV-Duell zur OB-Wahl. Alex Genstorfer mimt OB Max Gotz mittlerweile so originalgetreu, dass er schon Begeisterungsstürme auslöste, als er die Bühne betrat. Akribisch hatte sich Genstorfer vorbereitet und die Video-Blogs des OB im Internet studiert. Gotz selbst fand’s ebenfalls super.

Tunnel-Idee findet Nachahmer

Auch die Tunnel-Idee findet Nachahmer. In Eilmeldungen wurde verkündet, dass Finanzamt und Gewandhaus Gruber erwägen, ihre Gebäude unterirdisch zu verbinden. Dabei steht für die Narren fest: „Der einzig wahre Tunnel, der Sinn macht, ist der vom Weißbräu. Da laufen am Tag 2,5 Millionen Flaschen durch, ned bloß 300.“

Jungelfer so gut wie lange nicht mehr

Ihr musikalisch-komödiantisches Talent spielten die Jungelfer aus. So gut waren sie schon lange nicht mehr. Unterstützt von Dieter Jäckel (Gitarre) und Andi Jäckel (Keyboard) gaben sie vier Lieder zum Besten: „Vui z’vui Geld“, „Wenn i durch Erding fahr“ (nach dem Nicki-Hit „Wenn i mit dir tanz“) und „Eine Kreisstadt mit vier Kreiseln“. Als Zugabe folgte „Du kannst nicht immer Landrat sein“. Die Burschen hatten auf der Bühne sichtlich Spaß, und das Publikum genoss den Auftritt in vollen Zügen.

Lieselotten als Cowboys

Die Lieselotten, in deren Reihen viele Jungelfer tanzen, beendeten traditionell den offiziellen Teil des Galaballs. In Jeans, karierten Hemden und mit Cowboy-Hüten präsentierten sie einen Line Dance und trugen zum Abschluss den Prinzen aus dem Saal an die Bar.

Besondere Auszeichnung für Stefan Neumaier

Für einen Mann gab es beim Galaball eine besondere Würdigung: Stefan „Ben“ Neumaier. Der langjährige Narrhalla-Präsident wurde von seinem Nachfolger Detlef Felixberger unter großem Applaus zum Ehrenpräsidenten ernannt. Felixberger erinnerte an Neumaiers Verdienste in den knapp 20 Jahren, die dieser die Faschingsgesellschaft führte. Höhepunkte: das 75. Jubiläum 2005, die Auszeichnung mit dem Kulturpreis des Landkreises 2013, die Wiederbelebung des Reiherordens seit 2017, aber auch die Zusammenarbeit mit der SpVgg Altenerding bei den Garden und Tanzmariechen. Die von der Goldschmiede Hoedemaker in Erding handgefertigte Kette ließ sich Neumaier sichtlich gerührt umhängen.

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