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Jetzt ist die Zeit, um zum Beispiel Rosenstöcke zuzuschneiden. Lukas Frohneberg aus Langenpreising beweist sein Geschick in einem Garte in der Pottenau.

Der Garten im Herbst

Emsiges Werkeln vor der Winterruhe

Erding – Wer im Sommer einen Garten in voller Blüte genießen will, muss Mutter Natur jetzt helfen. Im Herbst müssen Bäume und Stauden zurückgeschnitten sowie die Beete vorbereitet werden.

Im Herbst heraus mit der Heckenschere: „Die Kronen der Bäume und abgeblühte Sträucher sollten etwa auf die Hälfte gekürzt werden. Bei Bäumen sollte bis Ende Oktober gewartet oder erst im Frühjahr Hand angelegt werden“, meint Andrea Hagl, Junior-Chefin der Gärtnerei Hagl in Erding. Am besten sei, „der Gartenliebhaber absolviert einen Baumschneidekurs oder lässt den Fachmann kommen“, rät sie. Hohe Gewächse beziehungsweise Stämmchen sollten eine schützende Haube aufgesetzt bekommen. „Diese Hüllen sind luftdurchlässig und halten die Kälte gut ab.“

Der Herbst ist auch Pflanzzeit: Knollen und Zwiebeln werden gewöhnlich ab Beginn der Bodenruhe Ende Oktober in Gruppen von fünf bis zehn Stück in die Erde gesetzt. Hagl empfiehlt, jetzt den Rasen noch einmal zu düngen und in Beeten Bodenverbesserer aufzubringen.

Karin Remm von der Gärtnerei Strohmair & Hirsch in Aufhausen rät, Beete nicht umzugraben, „da Mikroorganismen für den Austausch von Nährstoffen sorgen und diese Kleinstlebewesen durch das Umgraben gestört würden“. Um Beete vor Schnee und kaltem Regen zu schützen, rät Hagl, Pinienrinde anzuhäufeln und bei niedrigeren Temperaturen auch Tannenzweige zu verwenden. Von Rindenmulch wird in Fachkreisen abgeraten.

Remm gibt den Tipp, Rosensträucher im Oktober und November einmal im Monat stark zu wässern, diese aber nicht zu stark zurückzuschneiden. „Sonst kann der Frost in den Anschnitt eindringen.“

Bei winterharten Pflanzen in Gefäßen ist zu bedenken, dass sie auf kleine Hölzer gestellt werden müssen, um sie vor Bodenfrost zu schützen. Sie sollten zudem abgedeckt werden – mit Laub, Jute, Leinen oder Fichtenzweigen. Dieser Rat kommt von Gabriele Ippisch, Inhaberin von Blumen Ippisch in Erding.

Brigitte Murla, Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, stellt ihre Kübelpflanzen über den Winter eher nach drinnen. „Aber bis November können sie, ebenfalls abgedeckt, noch draußen stehen bleiben. Dann haben die Pflanzen weniger Stress“, erklärt die passionierte Gartlerin.

Bei immergrünen Pflanzen, wie zum Beispiel beim Buchs, ist laut Murla zu bedenken, dass diese auch im Winter gegossen werden müssen. An sonnenreichen Tagen kann auch in der kalten Jahreszeit Wasser verdunsten, „dann erfrieren die Pflanzen nicht, sondern sie vertrocknen“, meint Ippisch. Rosen sollten an der Veredelungsstelle angehäufelt, also an dieser Stelle ausreichend mit Erde bedeckt werden.

Weitere winterharte Pflanzen wie Staudengehölze kann man ab sofort einsetzen, Ippisch ist aber kein Fan dieser Methode: „Ich würde das eher im Frühjahr machen. Die Pflanzen haben sonst keine Zeit mehr zum Einwurzeln.“ Falls doch mal ein richtig harter Winter komme, würden die Pflanzen nicht bis zum Frühjahr überleben. „Mit Ausfällen über den Winter ist immer zu rechnen“, so die Pflanzenexpertin.

Alles für den Herbst gibt's in den Gärtnereien im Landkreis. Unser Bild zeigt (v.l.) Paul Hagl, Xaver Mendle, Andrea Hagl, Christiane Maier, Marianne Hagl und Laura Berger in ihrem Betrieb in Erding West.

Murla, die gelernte Landschaftsgärtnerin ist, pflanzt in ihren eigenen Garten nur Gewächse, die auch über den Winter draußen bleiben können. „Nur die Harten kommen in den Garten“, lautet ihr Motto. Der Vorteil: „Dann fällt nicht so viel Arbeit an.“

Die Landschaftsgärtnerin schneidet im Herbst immer ihren Phlox, um die Bildung von Mehltau zu vermeiden. Der könne durch Feuchtigkeit bei abgestorbenen Pflanzenresten entstehen. Auch Pfingstrosen sollten gestutzt werden, um einen Pilzbefall im Frühjahr zu vermeiden. Bei manchen Gewächsen sollten die abgestorbenen Teile nicht beseitigt werden, wie zum Beispiel bei niedrigen Herbstastern. Deren Stängel geben einen natürlichen Winterschutz und bewahren die Pflanzen vor ständigem Auftauen und erneutem Einfrieren. „Dadurch kann Schaden an den Pflanzen vermieden werden“, verrät sie.

Ziergräser sollten über den Winter zusammengebunden werden. Murla empfiehlt entweder eine Schnur, die verrotten kann, oder einen der Halme. „Wenn die Gräser gut verpackt sind, kann Wasser außen abperlen, und es entsteht innen kein Schaden“.

Laub greift das Gras an

Auch der Rasen braucht laut Murla jetzt Hege und Pflege: „Wenn er mit viel Laub bedeckt ist, sollte dieses zusammengerecht werden und entsorgt werden, damit er über den Winter nicht kaputt geht.“ Die Blätter könnten auf den Kompost oder in die Biotonne, aber auch auf den Beeten verteilt werden. Dazu sollte das Laub aber möglichst trocken sein, damit Luft in die Zwischenräume kommen kann – und so eine Isolierung vor Frost entsteht.

Im Frühjahr muss das Laub dann aber wieder runter von den Beeten, „da sich dort sonst Schnecken oder Wühlmäuse tummeln“, wie die oberste Kreisgartlerin aus eigener Erfahrung berichtet.

Für weitere Tipps empfiehlt sie, sich an einen der insgesamt 37 Gartenbauvereine im Landkreis zu wenden. „Unter den Mitgliedern sind auch Gartenpfleger, die bestimmt gerne helfen und sich auch auskennen, obwohl sie keine Landschaftsgärtner sind“. Man könne auch auf Internetseiten selbst recherchieren. „Bei den Hilfen aus dem Netz sollten aber immer drei oder vier Meinungen verglichen werden“, empfiehlt Brigitte Murla.

Franziska Huber und Alexander Lotz

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