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Abgewandert sind viele Gastro-Fachkräfte.

800 haben in der Pandemie aufgegeben

Gastronomie laufen die Fachkräfte davon

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Hotels und Restaurants dürfen wieder öffnen, doch vielerorts fehlt Personal. Die Gastro-Gewerkschaft hat besorgniserregende Zahlen - und einen guten Rat für die Branche.

Die Gastronomen im Landkreis sind wahrlich nicht zu beneiden. Monatelang mussten sie im Lockdown schließen oder auf To-go-Verkauf umstellen. Nun haben sie wieder geöffnet, doch vielerorts ist ihnen in der Pandemie das Person ausgekommen. Und das offensichtlich in erschreckendem Ausmaß. Allein im Landkreis haben innerhalb des vergangenen Jahres rund 800 Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte der Branche den Rücken gekehrt. Kein Wunder, für sie gab es nichts zu tun, viele haben sich beruflich umorientiert. Diese Zahlen liefert die Gewerkschaft Nahrunf Genuss Gaststätten (NGG) und beruf sicht dabei auf Angaben der Agentur für Arbeit.

Der NGG-Geschäftsführer für Oberbayern, Georg Schneider, ist überzeugt, dass sich die Lage mittlerweile weiter verschärft hat, denn in den 800 Beschäftigten sind die der dritten Welle im Frühjahr noch gar nicht berücksichtigt. „Ausgerechnet in der Sommersaison fehlt einem Großteil der Betriebe schlicht das Personal, um die Gäste bewirten zu können“, klagt Schneider. Für die Lage macht der Gewerkschafter insbesondere die Einkommenseinbußen durch die Kurzarbeit verantwortlich: „Gastro- und Hotel-Beschäftigte arbeiten sowieso meist zu geringen Löhnen. Wenn es dann nur noch das deutlich niedrigere Kurzarbeitergeld gibt, wissen viele nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.“

Deswegen müsse die Branche jetzt umdenken: „Wer künftig überhaupt noch Fachleute gewinnen will, muss jetzt umdenken und sich zu armutsfesten Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen bekennen“, so Schneider. Dazu seien Tarifverträge unverzichtbar.

Zum Jahreswechsel gab es in der Branche laut Arbeitsagentur zum Jahreswechsel 3044 Beschäftigte, ein Jahr zuvor waren es 3849. ham

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