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Die TSV-Gaststätte am Stadion: Immer mehr Vereine halten hier ihre Versammlungen ab. Dass auch die AfD darunter ist, erregt unter anderem die Lehrer-Gewe rkschaft GEW.

Gaststätte am Stadion 

AfD als Gast: TSV in der Kritik

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Der TSV Erding steht in der Kritik, weil er seine Gaststätte am Stadion der AfD für Veranstaltungen überlässt. Der Verein erklärt sich für nicht zuständig. Das sei Sache des Wirts. Und der kann nichts Verwerfliches an seiner Haltung erkennen. Die Partei fühlt sich ausgegrenzt.

Erding – Seit der Schließung des Gasthofs Adlberger in Altenerding und des Mayr-Wirt in Erding gibt es in der Herzogstadt nicht mehr viele Lokale, in denen man (größere) Veranstaltungen ausrichten kann. Einige Vereine und Parteien sind in die TSV-Gaststätte am Stadion ausgewichen. Darunter ist auch die Alternative für Deutschland (AfD), die als nationalkonservativ gilt.

Vor wenigen Wochen wurde hier der AfD-Kreisverband gegründet. Der frühere Republikaner Wolfgang Kellermann übernahm das Amt des Kreisvorsitzenden. An diesem Samstag hat die Partei um 19.30 Uhr den AfD-MdB Peter Bystron zu Gast. Der als stramm rechts geltende Politiker wird ebenfalls in der TSV-Gaststätte auftreten.

Das sorgt für Widerstand. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Kreisverband Erding, das Forum Links, die AG International Dorfen und die Geschichtswerkstatt Dorfen haben einen Offenen Brief an den TSV geschrieben. Es sei bekannt, „dass die Partei nationalistische Positionen vertritt, große Schnittmengen mit rassistischen Initiativen und Bewegungen wie etwa Pegida hat und in ihren Reihen viele Faschisten und Rechtsradikale wirken“, schreiben die Autoren. Andere rechte bis nazistische Organisationen pflegten enge Kontakte zu ihren Gesinnungsgenossen in der AfD, heißt es in dem Brief weiter, der unserer Zeitung vorliegt.

Dann knöpfen sich die Autoren den TSV vor, dem die Gaststätte gehört: „Dass der mit über 3000 Mitgliedern größte Sportverein Erdings und des Landkreises einer Organisation wie der AfD eine Heimstatt und damit Leuten wie Bystron ein Podium bietet, ist kaum zu glauben und nicht hinzunehmen.“

Sie fordern den TSV auf, der AfD die Nutzung ab sofort zu untersagen. Der Verein solle sich darüber hinaus wie Eintracht Frankfurt weigern, AfD-Mitglieder in seinen Reihen aufzunehmen.

TSV-Präsident Thomas Zahn weist im Gespräch mit unserer Zeitung die Vorwürfe zurück. „Richtig ist, dass dem TSV die Gaststätte gehört. Aber wir überlassen es dem Wirt, wen er hereinlässt. Darauf nehmen wir keinen Einfluss. Und wir üben auch keinen Druck aus“, so Zahn.

Wirt Anto Jozak sieht keinen Grund, die AfD auszusperren. „Wer sich hier benimmt, ein guter Gast ist sowie Essen und Trinken konsumiert, der ist auch willkommen und wird bedient“, sagt er dem Erdinger/Dorfener Anzeiger. Auch SPD und Grüne, aber auch andere Vereine und Verbände hielten hier ihre Versammlungen ab. „Ich behandle alle gleich.“ Bisher habe es mit der AfD keine Probleme gegeben.

Auf scharfe Kritik stößt der Brief mitsamt Boykottaufruf bei AfD-Kreischef Wolfgang Kellermann, der dem gemäßigteren Lager zuzuordnen ist. Er sieht seine Partei systematisch ausgegrenzt. Dies sei inakzeptabel angesichts der Tatsache, dass die AfD die stärkste Oppositionspartei im Bundestag sei und mittlerweile mit der SPD nahezu gleichauf liege.

„Es ist eine absolute Frechheit, die AfD zu diffamieren. Das Verhalten der GEW ist skandalös und eine Beleidigung nicht nur gegenüber allen Mitgliedern der AfD, sondern auch ihren sechs Millionen Wählern“, erklärt Kellermann auf Anfrage. Gewerkschaften sollten Arbeitnehmer vertreten und sich aus politischen Entscheidungen, hier sogar Diskriminierungen, raushalten. In der TSV-Gaststätte sei die AfD bereits seit einem halben Jahr ein gern gesehener Gast.

Von Hans Moritz

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