Erdogan rüffelt Gabriel: "Beachten Sie Ihre Grenzen!"

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Im Warteraum Asyl soll 2015 eine 14-Jährige mehrfach vergewaltigt worden sein. Nun zeichnet sich ab: Es könnte sich um das Märchen eines fahnenflüchtigen Soldaten handeln.

Gebirgsjäger im Warteraum Asyl

Hat Soldat Vergewaltigung nur erfunden?

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Hat es die Mehrfachvergewaltigung eines Flüchtlingsmädchens im Warteraum Asyl nie gegeben? Der Soldat, der das ausgesagt hat, schweigt jetzt. Seine Kaserne trägt bislang nichts zur Aufklärung bei.

Die Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Camp Shelterschleife soll sich 2015 zugetragen haben. Ein heute 28 Jahre alter Zeitsoldat, der vom Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen (Kreis Berchtesgadener Land) war damals nach Erding abgeordnet. Er berichtete von dem Mädchen, das er blutend unter einem Bett in einer der Hallen gefunden haben will, in einem Prozess gegen ihn. Der Nordrhein-Westfale war wegen Fahnenflucht angeklagt und verurteilt worden. Zu seiner Verteidigung vor dem Amtsgericht Laufen hatte er erklärt, er sei schwer traumatisiert – unter anderem wegen des Einsatzes im Warteraum, den Erlebnissen dort und der Spirale des Schweigens über solche Vorfälle.

Unsere Zeitung berichtete am 11. Januar dieses Jahres über den Prozess. Die Aussage, die in Laufen nicht näher beleuchtet worden war, nahm die Staatsanwaltschaft Landshut zum Anlass, die Kripo Erding mit neuen Ermittlungen in dem Fall zu beauftragen. Nun zeichnet sich ab: Es könnte eine reine Schutzbehauptung gewesen sein.

Schon damals gab es Zweifel. Weder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, noch das Deutsche Rote Kreuz und die Flüchtlingshilfe hatten Kenntnis von einem solchen Fall. Auch der Polizei lag keine Anzeige vor.

Es bleibt unklar, warum die Bundeswehr keinen Beitrag zur Klärung leistet

Die Erdinger Mordkommision übernahm die Ermittlungen. Der Zeitsoldat wurde vernommen. Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums in Ingolstadt, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Der Soldat verweigert die Aussage.“ Zudem habe er darauf verwiesen, dass noch keine Aussagegenehmigung seines Dienstherrn vorliege.

Das bestätigt Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut. „Unsere Behörde hat zweimal, im März und am 7. April dieses Jahres, um diese Genehmigung ersucht.“

Dienstherr ist das Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen. In der dortigen Jägerkaserne war der 28-Jährige seinerzeit stationiert. Das Vorzimmers des Kommandeurs teilt mit, dass dieser im Einsatz und sein Stellvertreter im Urlaub sei. Man wisse von nichts.

Es bleibt erst einmal unklar, warum die Bundeswehr bislang keinen Beitrag zur Klärung der Vorwürfe leistet. Verweigern die Gebirgsjäger die Mitarbeit, wird der Fall nie aufgeklärt werden. „Dann kommen wir nicht weiter“, sagt Steinkraus-Koch.

Der Soldat hat das Recht zu schweigen, als Angeklagter durfte er vor dem Gericht in Laufen sogar lügen. Deswegen kann ihn jetzt auch niemand zu einer Aussage zwingen. Das Problem: Es gibt keine Geschädigte und keine Zeugen. Das wäre bei einer frei erfundenen Geschichte auch kein Wunder.

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