Geboren am 24. Dezember

Wie Christkinder Geburtstag feiern

Landkreis – Christkindl feiern an Heiligabend doppelt. Jeder hat andere Lösungen, um Weihnachten und Geburtstag unter einen Hut zu bringen

Christkinder werden von manchen bedauert – sie bekommen nur an einem Tag im Jahr Geschenke. Doch wer am 24. Dezember geboren ist, lässt sich oft manches einfallen, um beides gebührend zu feiern: die Geburt Jesu und die eigene. Katrin Ohlwärter aus Moosinning, Rudolf Bruckbeck aus Erding und Alexander Lotz aus Tading erzählen, wie sie den turbulenten Tag entspannt hinter sich bringen.

Vor allem Organisationstalent ist während der Vorweihnachtszeit im Hause Ohlwärter in Moosinning gefragt, denn nicht nur eine Geburtstagsfeier gilt es zu planen. Katrin Ohlwärters Kinder wurden ebenfalls während der Weihnachtsfeiertage geboren. Die Zwillinge Jakob und Johanna brachte Ohlwärter, die heute ihren 40. Geburtstag feiert, am 26. Dezember zur Welt. Und auch ihr Ehemann Christian hat im Dezember Geburtstag.

Die Eltern von Alexander Lotz haben stets darauf geachtet, den Geburtstag nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Traditionell werde deshalb vormittags im Familienkreis gefrühstückt, erzählt der Student. „Früher zuhause, seit ein paar Jahren gehen wir in München gemeinsam zum Brunchen“, erzählt er.

Heute wird Lotz 21 Jahre alt. Er hat es nie bedauert, am Weihnachtstag geboren zu sein. „Vielmehr sehe ich das als große Ehre“, meint der gläubige Katholik, der Oberministrant in Tading ist. Er sieht zwei weitere Vorteile an dem besonderen Datum: „Man hat an seinem Geburtstag immer frei. Und an Weihnachten ist jeder gut drauf.“

Katrin Ohlwärter feiert an Heiligabend 2016 ihren 40. Geburtstag. Dieses doppelte Fest bringt die Jugendsozialarbeiterin an der Katharina-Fischer-Schule nicht aus der Ruhe. Inzwischen hat sie Erfahrung darin, alles unter einen Hut zu bringen.

Party am Namenstag

„Ich habe schon diverse Arten zu feiern ausprobiert“, erzählt sie lachend. In Kinderjahren habe sie die große Geburtstagsfeier meist auf ihren Namenstag am 25. November verlegt. Im Jugendalter hat sie sich eine andere Lösung einfallen lassen. Gemeinsam mit Verwandten und Freunden gab es vormittags einen Geburtstagsbrunch. „Das hat sich bewährt, weil sich alle gefreut haben, dass es am Vormittag schon etwas zu Feiern gab“, erinnert sie sich.

Nachdem sie ihre Kinder, die in zwei Tagen ihren elften Geburtstag feiern, zur Welt gebracht hatte, verordnete sich die Mama eine Feier-Pause. „Da hab ich lange Zeit nicht groß gefeiert, sondern die Kinder in den Vordergrund gestellt“, erzählt sie.

Deutlich turbulenter wird es heuer. Zwischen Weihnachtsdekoration und Neunziger-Jahre-Postern ließ es Ohlwärter bereits in den frühen Morgenstunden des 24. Dezembers ordentlich krachen. „Weil das in diesem Jahr ein runder Geburtstag ist, habe ich mich entschlossen, im Rahmen einer Neunziger-Party reinzufeiern.“

Den Aufwand nimmt sie gerne in Kauf. „Man muss einfach strukturiert planen, um nichts zu vergessen. Inzwischen zeichne ich mir sogar schon eine Mind-Map.“ Doch die Moosinningerin nimmt die Situation gelassen. „Ich wünsche mir zwar manchmal, dass die Geburtstage etwas besser verteilt wären, aber es ist eben auch etwas Besonderes, in der Weihnachtszeit geboren zu sein.“

Ab 15 Uhr ist Weihnachten

Mit Humor nimmt auch Rudolf Bruckbeck sein Geburtsdatum. Der Erdinger hat die perfekte Tagesaufteilung gefunden. „Da ich vormittags zur Welt gekommen bin, wird vormittags der Geburtstag mit Freunden und Familie gefeiert“, erzählt der 49-jährige Bautechniker. „Das ist eigentlich immer ganz entspannt. Ab drei Uhr wird dann der Schalter umgelegt und es ist Weihnachten“, sagt er lachend. Gemeinsam mit seiner Familie macht er sich auf den Weg, um sich von den Erdinger Turmbläsern auf Heiligabend einstimmen zu lassen.

„Ich sehe es überhaupt nicht dramatisch, an Weihnachten Geburtstag zu haben. Ich habe mich auch als Kind nie benachteiligt gefühlt. Man konnte auch mal zwei Geschenke zusammenlegen und hat etwas Größeres bekommen“, erinnert er sich. Nur eines hat er sich hinter die Ohren geschrieben: Der Christbaum muss spätestens am Tag vor dem Geburtstag fertig geschmückt sein. „Da haben wir schon stressige Erfahrungen gemacht.“

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