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Große Gratulantenschar : Jubilarin Kath Wendl (M.) freute sich über die vielen Glückwünsche zu ihrem Geburtstag, die von ihren Töchtern Edeltraud Friedl und Renate Waldinger, den Enkeln, Urenkeln, Nachbarn, Bürgermeister Georg Els (hinten, M.) und Vizelandrat Jakob Schwimmer (hinten, r.) kamen. 

Geburtstag

Ein Hoch auf die Uri

In der eigenen Wohnung den Lebensabend verbringen – dieser Wunsch ist für Katharina Wendl, die alle nur Kath nennen, in Erfüllung gegangen. Jetzt feierte sie im Kreise der Familie ihren 90. Geburtstag.

KarlsdorfIn der eigenen Wohnung den Lebensabend verbringen – dieser Wunsch ist für Katharina Wendl, die alle nur Kath nennen, in Erfüllung gegangen. Jetzt feierte sie im Kreise der Familie ihren 90. Geburtstag.

Kath Wendl stammt aus Haid bei Karlsbad (heute Tschechien). Dort wuchs sie auf und machte eine Ausbildung zur Näherin. Mit der Mutter und drei Geschwistern musste sie nach Kriegsende ihre Heimat verlassen. Die Vertriebenen trafen im April 1946 in Markt Schwaben ein. Von dort aus wurde die Familie nach Birkach gebracht. Kath Wendl half zunächst in der Landwirtschaft, fand dann aber wieder eine Stelle als Näherin.

Beim Tanzen lernte sie schließlich den aus Iglau stammenden Schreiner Matthias Wendl kennen. Im Februar 1953 heirateten die beiden. Zwei Töchter – Edeltraud und Renate – erblickten das Licht der Welt. „Inzwischen habe ich schon fünf Enkel und sechs Urenkel“, erzählt die Jubilarin stolz.

1957/58 baute die Familie ihr Eigenheim in Karlsdorf in der Gemeinde Forstern, in dem Kath Wendl heute noch wohnt. „Im Garten hab’ ich immer viel Gemüse angebaut, Kraut und Gurken, und die Familie damit ernährt“, erzählt sie.

Die Kräuter wurden klein gehackt und in Salz eingelegt, sodass sie immer ein Suppengewürz parat hatte. Auch Blumen blühen dort. Ab dem nächsten Jahr will Kath Wendl die Gartenarbeit aber ganz der mit im Haus wohnenden Enkelin überlassen.

Zwei Jahre nach der Goldenen Hochzeit ist Kaths Ehemann verstorben. Die ganze Familie, die in der näheren Umgebung wohnt, half ihr über diesen Schicksalsschlag hinweg. 1990 war die Jubilarin mit ihrem Mann noch einmal in die alte Heimat gefahren. „Wir waren beide sehr enttäuscht. Mein Elternhaus gab es nicht mehr. Es stand dafür ein großer Wohnblock dort“, erinnert sie sich.

„Früher bin ich viel mit dem Radl gefahren, hab’ alle meine Erledigungen damit gemacht. Aber das geht leider nicht mehr“, bedauert die Jubilarin. Heute besucht sie noch sporadisch den Seniorennachmittag, genießt ihre Wohnung und den Garten.

Dort hört man häufig Kinder lachen, wenn die Urenkel Andreas, Jakub, Veronika, Lilly und Matthias zu Besuch kommen, oder die kleinste Urenkelin, Carolin, die Uri im Erdgeschoss besuchen will. Dann strahlen die Augen der alten Dame ganz besonders.

ELVI REICHERT

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