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Erinnerungen an den Großen Zapfenstreich 2006 (unser Bild) soll der feierliche Appell auf dem Schrannenplatz wecken, der am 20. Mai 2017 stattfinden wird.

60 Jahre Luftwaffe im Fliegerhorst

Geburtstagsfeier mit Abschiedsschmerz

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Erding – Die Luftwaffe feiert heuer ihr 60-jähriges Bestehen. 2017 ist es sechs Jahrzehnte her, dass die Bundeswehr den Fliegerhorst von den US-Streitkräften übernommen hat. Im Mai wird das groß gefeiert. Zugleich ist es der Einstieg in die endgültige Schließung der Kaserne.

Der Fliegerhorst Erding hat eine bewegte Geschichte. 1935 wurde er für die Wehrmacht errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die US-Streitkräfte die Kaserne. Am 14. Dezember 1957 übergaben die Amerikaner den Luftwaffenstützpunkt der jungen Bundeswehr – im Beisein des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß. Dieses Datum jährt sich 2017 zum 60. Mal. Das Waffensystemunterstützungszentrum 1, das für den Fliegerhorst zuständig ist, will dieses Jubiläum groß feiern – am Samstag, 20. Mai, mit einem Aktionstag und einem feierlichen Appell.

Die Details stellten gestern Oberst Markus Alder und Oberbürgermeister Max Gotz in einer Pressekonferenz vor. Der Standortälteste kündigte an, „dass wir uns tagsüber auf dem Schrannenplatz präsentieren wollen“. Denkbar sei, ein Flugzeug, einen Schleudersitz und andere Gerätschaften der Luftwaffe auszustellen. Auch wolle man Nachwuchswerbung betreiben. Für den guten Zweck wird die beliebte und erfolgreiche Aktion Erbse, der Verkauf von Erbseneintopf im Advent für soziale Einrichtungen, für einen Tag in den Frühsommer geholt.

Den Höhepunkt, so Alder, werde ein feierlicher Appell mit Soldaten, Musikkorps, Märschen und Nationalhymne bilden. Dieser wird in den Abendstunden stattfinden, damit der Schein der Fackeln besonders gut zur Geltung kommt. „Damit wollen wir Erinnerungen an den Zapfenstreich 2006 auf dem Schrannenplatz wecken“, so der Kommandeur. OB Gotz erklärte, die Stadt unterstütze „die ganz herausragende Veranstaltung aus vollster Überzeugung“. Beide betonten, wie eng Bundeswehr und Stadt verbunden seien – und das seit Jahrzehnten.

Freude und Wehmut

Gotz erinnerte daran, „dass die Lärmbelastung mitunter schon hoch war. Aber man darf auch die vielen guten Seiten nicht vergessen.“ Der Fliegerhorst habe hunderten Erdingern stabile Arbeitsplätze geboten. Zudem habe die lokale Wirtschaft profitiert. Der OB zitierte eine Zahl aus den 90er Jahren, als der Fliegerhorst eine Wirtschaftskraft von 180 Millionen Euro jährlich entfaltet habe.

Bereits am 16. Dezember, kündigte Günther Pech vom Stadtmarketing an, öffnet im Museum Erding die Sonderausstellung über die Garnisonsstadt Erding. Sie wird auch im Jubeljahr 2017 zu sehen sein.

In die Freude über das Jubiläum und das gute Miteinander mischte sich Wehmut. Denn der endgültige Abzug der Bundeswehr aus Erding ist nicht aufzuhalten. Oberst Alder, der vor zweieinhalb Jahren das Kommando in Erding übernommen hat, schilderte den aktuellen Sachstand. Der Stab, also die Führung des Waffensystemunterstützungszentrums, wird Anfang 2018 nach Manching umziehen. Bis Ende des gleichen Jahres werde das Materialdepot aufgelöst. Bis voraussichtlich 2021 bleibt das Instandsetzungszentrum 11 mit einigen angehängten Einheiten in der Herzogstadt. Auch das wandert nach Manching ab.

Diese Einheit verkörpert das, was den Luftwaffenstandort Erding bald 60 Jahre lang bekannt gemacht hat: „Wartung und Instandsetzung von Luftfahrzeugen und Luftfahrzeugteilen“, wie es im Militärdeutsch heißt. Anfangs war es vor allem der Starfighter, heute ist es der Tornado. Der kommt freilich nur noch in Einzelteilen in den Fliegerhorst. Auf dem Luftweg verließ der letzte Jet Erding am 17. September 2014.

Hans Moritz

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