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Zehntausende Rechner sind vom Virus „Locky“ befallen.

Fatale E-Mail-Anhänge

Gefährlicher Virus: „Locky“ sperrt den Rechner zu

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Landkreis – In ganz Deutschland sind schon zehntausende Computer befallen: Der Virus „Locky“ verschlüsselt Dateien so nachhaltig, dass die User sie nicht mehr verwenden können. Der gesamte Rechner ist zudem unbrauchbar geworden. Kurz danach erfolgt eine Lösegeld-Forderung: Wenn man bezahlt, gibt es Zugang zu einer Software, die angeblich die Dateien wieder entsperrt. Jetzt ist Locky auch im Nachbarlandkreis Ebersberg aufgetaucht. Oft sind Firmen die Leid tragenden.

Am vergangenen Freitag meldete sich der Inhaber einer Firma aus Hohenlinden bei der Polizei in Ebersberg. Er teilte mit, dass nach der Öffnung einer E-Mail alle Dateien auf den Computern seiner Firma durch einen Virus automatisch verschlüsselt wurden und deshalb kein Zugriff auf die Daten mehr möglich war. Der Geschäftsbetrieb der Firma kam komplett zum Erliegen. Insgesamt wurden dort mehr als 30 Rechner mit dem Virus infiziert. Allein die Anschaffungskosten für die neuen Computer betragen etwa 30 000 Euro. Dazu kommen noch Personal- und weitere Kosten in noch nicht überschaubarer Höhe. Spezialisten der Kriminalpolizeiinspektion Erding haben die Ermittlungen aufgenommen. Bei der Schadsoftware dürfte es sich nach jetzigem Erkenntnisstand um das Computervirus Locky handeln. Der Versender der Mail ist noch unbekannt.

Wie kann man das vermeiden? „Die Installation von Zertifikaten, Plug-Ins, Apps, Erweiterungen und ähnlichem niemals tätigen, wenn Mediendateien oder Mail-Anhänge das verlangen. Keine Links oder Anhänge in Mails von Unbekannten öffnen, Vorsicht bei bekannten Absendern, wenn der Inhalt eher ungewöhnlich oder unerwartet ist. Generell beim Öffnen von Anhängen (hier: zip.Datei) Vorsicht walten lassen“, rät die Polizei.

„Locky und ähnliche Cryptoviren befallen den Windows-PC über mehrere Wege, verschlüsseln Daten und erpressen damit die Nutzer. Ein Virenscanner ist ohnehin Pflicht, aber er schützt nicht immer. Spezial-Tools wie Malwarebytes Anti-Ransomware erkennen gezielt Erpresser-Trojaner und stoppen sie, bevor sie großen Schaden anrichten können. Das Problem: Die Anti-Ransomware muss schon installiert sein, wenn Locky angreift“, schreibt das Computer-Fachblatt Chip. Und: „Ist Locky am Werk, ist es immer besser, sofort den PC auszuschalten. Nur so kann man die Verschlüsselung der Dateien stoppen.“ Man soll den Stecker ziehen, wenn es sein muss, denn manche Schädlinge blocken das Herunterfahren von Windows. Wichtig: das Netzwerkkabel abziehen und WLAN deaktivieren, um den PC zu isolieren.

„Selbst wenn hier etwas schiefgeht, sollten Sie nie den geforderten Geldbetrag zahlen“, rät das Magazin. Denn: „Es gibt keine Garantie, dass Sie den Schlüssel erhalten und der Erpresser-Trojaner dann komplett verschwindet.“ Die verschlüsselten Dateien sollte man unbedingt aufheben. Oftmals wird nach einiger Zeit ein Weg bekannt, die Verschlüsselung der Erpressungs-Trojaner zu knacken – wie etwa im Fall von TeslaCrypt 2.

Am allerbesten ist aber die alte Regel: Alle Dateien auf eine externe Festplatte kopieren. Und diese regelmäßig updaten.

Von Michael Luxenburger

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