Ernstes Thema spielerisch vermitteln: „Wali“ ist eine der Figuren, die im Theaterstück gegen Mobbing vorkommt. Gertraud Mesner setzt sich für Prävention ein.
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Ernstes Thema spielerisch vermitteln: „Wali“ ist eine der Figuren, die im Theaterstück gegen Mobbing vorkommt. Gertraud Mesner setzt sich für Prävention ein.

Erdinger Verein setzt sich für Mobbing-Prävention ein – Puppentheater jetzt als Film geplant

Gemeinsam gegen seelische Schikanen

Erding - Vor Angriffen auf die menschliche Seele kann man nicht früh genug warnen: Das tut seit zwei Jahren der Verein „mobb ned“ in Erding.

Mobbing hat viele Gesichter und beginnt schon im Kindesalter. Darauf weist die Konflikt- und Mobbingberaterin Gertraud Mesner (59) hin. Schon in jungen Jahren bekämen Mädchen und Buben erpresserische Sätzen zu hören wie „Dann lade ich dich nicht zu meinem Geburtstag ein“ oder „Dann bin ich nicht mehr dein Freund“.

Mesner ist Vorsitzende des Vereins „mobb ned! – Mobbingprävention Erding“. Mit ihrem zehnköpfigen Team hat es sich die Inningerin zur Aufgabe gemacht, präventive Maßnahmen zu fördern und Hilfen für Mobbingopfer zu vermitteln. Dabei sind sie nicht nur Ansprechpartner für Kindergärten und Schulen, sondern auch für Erwachsene. „Unsere Hauptaufgabe liegt in der Prävention“, erklärt Mesner. In Informationsveranstaltungen, Vorträgen und mit diversen Kampagnen sollen alle Alters- und Bevölkerungsgruppen auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Das Puppentheater „Miteinander – füreinander“ war das erste Projekt des im Januar 2019 gegründeten Vereins. Eigens dafür wurde ein Musikstück komponiert. Ziel der Inszenierung sei die Sensibilisierung von Vor- und Grundschülern für die Mobbingproblematik, sagt Mesner. Dank Puppenspielerin Beate Welsch konnte das Skript in die Praxis umgesetzt und geeignete Handpuppen gefunden werden. Seither begleiten Glitzer, Wali, Tobi und Co. die jungen Zuschauer auf ihrer Reise in eine geheimnisvolle Unterwasserwelt. Auf diese Weise werden den Kindern Formen von körperlicher und seelischer Gewalt, aber auch Hilfsangebote und Lösungsansätze erzählerisch vermittelt.

„Wir haben das Theaterstück bereits in mehreren Grundschulen inner- und außerhalb des Landkreises gespielt“, erzählt Mesner und berichtet von zahlreichen positiver Rückmeldungen. Deshalb – und auch wegen der Corona-Pandemie – plane der Verein nun eine Filmaufnahme des Schauspiels. Sie soll Erzieher und Lehrkräfte dabei unterstützen, das Thema Mobbing kindgerecht zu erläutern.

Die für die Produktion anfallenden Kosten kann der Verein dank Spenden des Lions Clubs Erding, der Raiffeisenbank Erding, der Sparkasse und privater Sponsoren finanzieren. Zu Werbezwecken werden das Puppentheater und das dazu passende Lied auch als Stream in den Sozialen Netzwerken abrufbar sein. JULIA PFEIL

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