Die Museumsleiter der Arbeitsgemeinschaft Landpartie freuen sich über das zehnte Mitglied – das Museum Erding, vertreten von Leiter Harald Krause (5. v. r.) und Oberbürgermeister Max Gotz (r.). Foto: Moritz

Museum Erding im Verbund Landpartie 

Gemeinsame Wurzelpflege

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Erding – Wie wär’s mit einer Landpartie, einer Fahrt ins Grüne, ins Münchner Umland? „Landpartie“ heißt auch der Verbund kleiner Museen rund um München. Gestern wurde das Museum Erding als zehntes Mitglied begrüßt – pünktlich zum 20. Geburtstag der Arbeitsgemeinschaft.

Oberbürgermeister Max Gotz fand für die Landpartie klare Worte: „München brauchen wir nicht. Ich bin froh, dass die Landeshauptstadt nicht dabei ist.“ In der Tat, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft sind „nur“ kleinere Sammlungen rund um die Großstadt. Am Donnerstag wurde das Museum Erding als zehntes Mitglied feierlich aufgenommen. Gotz kündigte dabei an, in Kürze ein elftes vorzuschlagen: das Museum Franz Xaver Stahl, ebenfalls in Erding.

Angelika von Mundorff vom Museum Fürstenfeldbruck erklärte, dass die Museen auf dem Land vor der Gründung der Arbeitsgruppe auch schon lose zusammengearbeitet hätten. Dabei sei man immer mit der starken und finanzkräftigen Münchner Museumslandschaft konfrontiert gewesen. „Wir wollten etwas entgegensetzen. Dabei haben wir gemerkt, dass wir im Verbund stärker sind und unter anderem auch mehr in die Werbung investieren können.“ So kam es 1997 zur Gründung der Landpartie – damals mit sieben Mitgliedern.

Zu dem Bündnis können nur die Sammlungen stoßen, die im MVV-Bereich und professionell geführt sind sowie über regelmäßige Öffnungszeiten verfügen. Mundorff erklärte, dass man viele Anfragen bekomme und bei der Aufnahme neuer Mitglieder sehr sparsam sei. „Es muss einfach das Gefühl da sein, dass ein Haus zu uns passt.“ Auf das Museum Erding habe das absolut zugetroffen.

Carsten Gerhard, Sprecher der Gruppe, berichtete, dass man seither fünf Ausstellungen initiiert habe, die sich über alle Häuser erstreckt hätten, unter anderem zu den Themen Frauen, Garten und Wasser. Jakob Reinhard vom Jexhof fügte hinzu, dass man auch in Zukunft gemeinsam Schauen entwickeln und netzwerken wolle. Drei- bis viermal im Jahr treffen sich die Einrichtungsleiter und helfen sich nach den Worten Mundorffs, „wo es geht – etwa bei Leihgaben, Inventar, aber auch bei rechtlichen und politischen Themen“.

Gotz betonte die große Bedeutung von Heimatmuseen gerade in Regionen mit starkem Zuzug. „Es ist wichtig, dass wir unsere Wurzeln pflegen.“ Museumsleiter Harald Krause kündigte an, „dass wir nächstes Frühjahr den 33 333. Besucher begrüßen“.

Zum Geburtstag wartet Landpartie mit zwei Aktionen auf: ein Gewinnspiel in jedem Haus sowie freier Eintritt ins zweite Haus, wenn man ein Mitgliedsmuseum bereits besichtigt hat.

Die Mitgliedsmuseen:

Gemäldegalerie, Bezirksmuseum und Neue Galerie in Dachau, Museum Erding, Museum Fürstenfeldbruck, Stadtmuseum Freising, Kallmann-Museum und Schlossmuseum Ismaning, Bauernhofmuseum Jexhof und Museum Starnberger See in Starnberg. Die gemeinsame Internetadresse lautet: www.landpartie-museen-muenchen.de

Hans Moritz

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