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Geodätischer Referenzpunkt 

Genau vermessen

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Der Punkt, um den sich alles dreht: Bayerns 63. geodätische Referenzmarke befindet sich am Kronthaler Weiher in Erding. Er bildet die – symbolische – Basis für jede satellitengesteuerte Ortung oder Navigation. Die Tafel wurde am Montag feierlich enthüllt.

Erding – So werden die wenigsten Erding kennen: 48 Grad, 19,1406 Minuten nördliche Breite sowie 11 Grad, 54,6382 Minuten östliche Länge, Höhe 456,6 Meter über Normal Null (Meeresspiegel). Diese Daten befinden sich auf dem geodätischen Referenzpunkt, der gestern am Kronthaler Weiher offiziell vorgestellt wurde. Es handelt sich um eine gravierte Stahlplatte, die in eine betonierte Sitzbank am Hauptzugang zum Erholungsgelände Erding-Nord eingelassen wurde – neben einer Infostele.

Zum kleinen Festakt waren nicht nur Landrat Martin Bayerstorfer und Erdings OB Max Gotz, sondern auch Wolfgang Bauer, Präsident des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung gekommen. Heimatminister Markus Söder, der sich sonst keinen dieser Termine entgehen lässt, ließ sich vom Erdinger Vermessungsamtschef Franz Traßl entschuldigen.

Bauer erinnerte daran, dass die Welt von einem virtuellen Koordinatengitter überzogen sei. „Für eine High-Tech-Gesellschaft wie Bayern ist das zwingend erforderlich.“ Die Koordinaten, so der Präsident weiter, seien „unersetzbare Grundlage für Navigationssysteme, die wir alle täglich nutzen – vor allem im Smartphone“.

Insgesamt 200 Navigationssatelliten umkreisen die Erde in etwa 20 000 Kilometern Höhe. Vier davon seien mindestens erforderlich, um eine Position genau bestimmen zu können. Meist seien es aber sechs bis zwölf.

Aber warum dann ein plakativer Referenzpunkt? Dazu erklärte Bauer, dass jedermann diesen nutzen könne, um Zuverlässigkeit und aktuelle Genauigkeit seines Geräts zu überprüfen.

Landrat Martin Bayerstorfer verwies ebenso auf die „Riesenbedeutung der satellitengesteuerten Ortung. Wir brauchen sie etwa für das automatisierte Fahren, aber auch für den autonomen Betrieb von Maschinen.“ Dies sei ein Standortfaktor.

OB Max Gotz lobte die Zusammenarbeit mit der Behörde. Es habe anfangs zwei mögliche Standorte gegeben – neben dem Weiher der Stadtpark. Viel zu wenige Bürger wüssten, welch hohe Bedeutung die Vermessung habe – gerade in einer dynamischen Region. „Diese Verfahren dienen nicht zuletzt dazu, Streitigkeiten zu bereinigen.“

An der Enthüllung nahmen auch Vertreter der Polizei, der Kripo und des Bayerischen Roten Kreuzes teil. Auch sie sind nach den Worten von Polizeirat Anton Altmann auf zentimetergenaue Ortungen angewiesen, etwa bei der Fahndung nach Personen und Gegenständen, aber auch bei der Suche und Rettung von Menschen.

Huber empfahl den Punkt aber auch Schulklassen – etwa für einen anschaulichen Mathe-Unterricht sowie fürs Geocaching als Freizeitbeschäftigung.

Weitere Infos

gibt es unter www.geodaten.bayern.de.

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