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Das Leitungsnetz ist im vorigen Jahr nur um 100 Meter gewachsen – weil kaum gebaut wurde. 

Ein Grund: Die geschlossene Therme

Geothermie Erding: Corona  knabbert am Gewinn

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Dass sich die Corona-Krise bis in den letzten Winkel der Wirtschaft frisst, beweist der Zweckverband (ZV) Geowärme von Stadt und Landkreis.

Erding – Eine seiner Aufgaben: die Therme Erding mit warmem Heilwasser versorgen. Weil die aber im ersten Pandemiejahr an 200 von 365 Tagen geschlossen war, brach der Absatz dramatisch ein. Dennoch bleibt der ZV stabil in der Gewinnzone. Das berichtete Geschäftsführer Michael Perzl in der Verbandsversammlung.

Bei einer Bilanzsumme von 28,1 Millionen Euro erwirtschaftete der ZV 2020 einen Gewinn von 1,43 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Überschuss 1,65 Millionen Euro betragen. Weil Perzl davon ausgehen muss, dass sich der Lockdown auch heuer erheblich auf die Therme auswirken wird – es gibt nach wie vor keine Öffnungsperspektive –, plant er mit einem Jahresgewinn von nur 1,49 Millionen Euro.

Die Erlöse beim Thermalwasserverkauf gingen von 488 000 auf 261 000 Euro zurück, ein Minus von 266 000 Euro. Weil größere Kunden wie die Schulen monatelang geschlossen waren, wurde auch weniger Wärme abgegeben. Deren Erlös sank um 52 000 auf 181 000 Euro. Dafür stiegen die Pachtzinsen für die Anlagen des ZV – um 166 000 auf 3,3 Millionen Euro. Der Erbbauzins der Thermen-Inhaberfamilie Wund blieb mit 142 000 Euro nahezu stabil. Unterm Strich gingen die Umsatzerlöse laut Geschäftsführer um 138 000 auf 3,99 Millionen Euro zurück.

Der ZV-Partner Steag New Industries nahm im vergangenen Jahr knapp 650 000 Kubikmeter Wasser zur Wärmeentnahme ab, ein Rückgang um ein Fünftel. Der Thermalwasserbedarf der Therme sank um 47 Prozent auf knapp 170 000 Kubikmeter.

Dennoch steht die Geothermie in Erding, eines der größten Projekte bundesweit, auf soliden Beinen. Verbandsvorsitzender Max Gotz berichtete, dass die Schulden in den vergangenen drei Jahrzehnten von 40 auf 14 Millionen Euro gesunken seien. Der hohe Aufwand war seit den 90er Jahren erforderlich, weil ein mittlerweile fast 32 Kilometer langes Leitungsnetz sowie Bohrbrunnen und Heizkraftwerke errichtet werden mussten. Das Netz ist laut Perzl voriges Jahr nur um 100 Meter gewachsen, weil in Erding insgesamt wenig gebaut wurde.  ham

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