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Michael Perzl ist seit 2019 Geschäftsführerdes ZV Geowärme.

Zweckverband von Stadt und Landkreis

Geowärme in Erding: Fünfter Rekordgewinn in Folge

  • Hans Moritz
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25 Jahre lang hatte der Zweckverband Geowärme Erding viel investieren und baute Schulden auf. Mittlerweile fährt er Gewinne ein. 

Erding – Seit 30 Jahren gibt es den Zweckverband Geowärme. Er ist ein Bündnis von Stadt und Landkreis, das nach der erfolglosen Texaco-Ölbohrung in Altenerding gegründet worden war, als man erkannt hatte, dass das 63 Grad heiße Thermalwasser vielleicht sogar wertvoller ist als Öl. 25 Jahre musste der ZV vor allem in die Gewinnung von Thermalwasser und Fernwärme investieren – und türmte hohe Schulden auf. Seit fünf Jahren befindet sich der Verband in der Gewinnzone. 2019 wurde ein – weiterer – Rekordertrag erzielt.

Den bezifferte Geschäftsführer Michael Perzl mit 1,66 Millionen Euro, 800 000 Euro mehr als 2018. Doch Perzl gab sich in der Verbandsversammlung bescheiden und schwor Stadt- sowie Kreisräte auf ein magereres Jahr 2020 ein. Denn die dreimonatige Corona-Zwangsschließung der Therme wird insofern voll auf die ZV-Bilanz durchschlagen, als zwischen März und Juni viel weniger Thermalwasser und Wärme an den größten Wellnesstempel der Welt verkauft wurde.

Bei der Feststellung des Jahresabschlusses für 2019 überwog aber die Freude über das Erreichte. Vorsitzender und OB Max Gotz griff sich die knapp 1,5 Millionen Euro an Abschreibungen heraus – „ein Beleg für die Leistungsentwicklung“. Gotz sprach von einem „europaweiten Erfolgsprojekt“. Mit „Geduld und Zielstrebigkeit“ habe man ein „beachtliches Projekt aufgelegt“.

2019 war für den Zweckverband ein historisches Jahr. Denn das Heizwerk 1 an der Therme wurde um eine Blockheizkraftwerk-Wärmepumpe mit Wärmespeichern sowie einen 200 Kubikmeter fassenden Thermalwasserspeicher erweitert – Grundlage für jede Erweiterung der Therme. Die Einweihung fand heuer im Januar statt.

48 Liter von Erdwärme erhitztes Wasser können pro Sekunde am Brunnen 1 an der Therme gefördert werden. Nach der Entwärmung wird es am Heizwerk 2 auf dem Kletthamer Feld wieder in den Boden geleitet. Perzl rechnet heuer mit der endgültigen Wasserrechtserlaubnis, nachdem die Regierung von Oberbayern die befristete Lizenz im Januar bis Ende 2021 erneut verlängert hatte.

Für eine endgültige Erlaubnis, so der Geschäftsführer, muss bis dahin der Heilquellenschutzstatus überprüft und ein Heilquellenschutzgebiet nachgewiesen werden. Das aus 2300 Meter Tiefe geförderte Heilwasser ist fluorid- und schwefelhaltig – gut gegen Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Sorgen bereitet derzeit die Wärmepumpe im Heizwerk 2, „die voriges Jahr längere Zeit ausgefallen war und deren Reparatur immer noch nicht abgeschlossen ist“. Durch die Erweiterung von Heizwerk 1 sei aber eine „maximal mögliche Betriebssicherheit gewährleistet“, betonte Perzl. Weil in Erding kaum neue Baugebiete ausgewiesen wurden, ist das Leitungsnetz 2019 fast nicht gewachsen.

Verbandsversammlung: Vorsitzende bleiben Erdings OB Max Gotz und Landrat Martin Bayerstorfer. Verbandsräte sind aus Reihen des Kreistags: Franz Hofstetter (CSU), Ludwig Kirmair (CSU), Petra Bauernfeind (FW) und Dominik Rutz (Grüne). Stellvertreter: Stefan Haberl, Thomas Bauer (CSU), Rosmarie Neumeier-Korn (FDP) und Wolfgang Fritz (Grüne). Der Stadtrat stellt Günther Adelsberger (CSU), Herbert Maier (Grüne), Rainer Mehringer (FW) und Thomas Schmidbauer (Erding Jetzt). Stellvertreter: Willi Vogl (CSU), Stefan Lorenz (Grüne), Hans Fehlberger (FW) und Hans Balbach (Erding Jetzt).

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