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Heiß auf neue Baugebiete

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Von: Hans Moritz

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Die Therme ist einer der besten Kunden des Zweckverbandes Geowärme. Beide sind eng verwoben. © Peter Bauersachs

Der Zweckverband Geowärme (ZVG) von Stadt und Landkreis Erding wird das laufende Jahr mit einem Gewinn von 1,49 Millionen Euro abschließen. Und wittert Morgenluft.

Erding - 2020 waren es 1,43 Millionen Euro Gewinn. Für nächstes Jahr erwartet Geschäftsführer Michael Perzl einen Jahresüberschuss von 1,53 Millionen Euro. Die Beträge zeigen: Auch der ZVG war – mittelbar – von Corona betroffen, rechnet aber 2022 mit einer Stabilisierung. Die Verbandsversammlung beschloss den Haushalt einstimmig.

Über das laufende Jahr berichtete Perzl, dass das Bergamt Süd im Januar die dauerhafte Erlaubnis für die Förderung von bis zu 48 Litern heißen Wassers pro Sekunde aus über 2000 Metern Tiefe genehmigt habe. Aus der Erde kommt es am Heizwerk 1 an der Therme, wieder zurückgeleitet wird es über das Heizwerk 2 einige Kilometer weiter nördlich am Kletthamer Feld. Die Erweiterung von Heizwerk 1 mit neuer Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk, zwei Wärme- und einem 200 Hektoliter fassenden Thermalwasserspeicher wurde bekanntlich Anfang 2020 abgeschlossen.

Allerdings, so Perzl weiter, sei es bei der Inbetriebnahme von Wärmepumpe und Blockheizkraftwerk zu Verzögerungen gekommen. Bei ersten Laufzeiten der Wärmepumpe seien „erhebliche Schäden“ aufgetreten. Ursächlich sei ein Defekt an der Anlage, dem man mittlerweile auf den Grund gegangen sei. Deswegen werde die Anlage erst ab 2022 einwandfrei funktionieren.

Das Fernwärmenetz ist nach den Worten des Geschäftsführers 2021 nur um einige Hausanschlüsse gewachsen. Die Trassenlänge im Stadtgebiet beträgt unverändert 31,5 Kilometer, die Leistung 68 Megawatt.

Das Ergebnis des ZVG wurde durch die monatelangen Schließungen der Therme in den beiden Lockdowns belastet – der Wellnesstempel nahm in dieser Zeit nur ein Minimum an Thermalwasser ab. „2022 rechnen wir aber wieder mit deutlich höheren Einnahmen in diesem Bereich“, so Perzl. Allerdings seien in der Therme aktuell keine gravierenden Erweiterungen geplant, von denen der ZVG stets mit profitiere.

2022 kalkuliert Perzl mit Pacht-Umsatzerlösen aus dem Fernwärmenetz von rund 3,4 Millionen Euro. Insgesamt stehen im Etat Erlöse von 4,2 Millionen Euro.

Der ZVG schaut genau auf die bauliche Entwicklung der Stadt. Ein Wachstumspotenzial erkennt Perzl in den neuen Baugebieten, vor allem in der geplanten großzügigen Erweiterung des Gewerbegebiets Erding-West. Das größere Heizwerk 1 ermöglicht dem ZVG zusätzliche Erträge durch die Verpachtung der Fernwärmeanlagen an den Energieversorger Steag.

Erfreulich sei, dass nicht nur die Schulden seit Jahren abgebaut würden – sie stammen noch aus dem Ausbau des Fernwärmenetzes ab den späten 90er Jahren – sondern dass auch die Eigenkapitalquote laufend wachse. 2010 lag sie bei nur 13 Prozent, mittlerweile sind es über 40 Prozent. 2022 sind laut Perzl keine neuen Kredite geplant. Im Gegenteil: Bestehende Verbindlichkeiten sollen sukzessive abgebaut werden. Auch für die kommenden Jahre kündigte Perzl „beachtliche Gewinne“ an.

OB Max Gotz als ZVG-Vorsitzender sprach von einem „bewegten, aber auch sehr erfolgreichen Jahr“. Herbert Maier (Grüne) fragte vor dem Hintergrund stark steigender Gaspreise, ob davon auch der ZVG betroffen sei. Perzl antwortete, die Steag habe noch keine neuen Preisblätter aufgelegt, habe die CO2-Komponente aber bisher schon berücksichtigt. „Daher ist eine Teuerung möglich, aber eine deutlich geringere als etwa beim Erdgas“, so der Geschäftsführer.

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