Geplante Cardo-Door-Schließung: Behindertenwerkstätten stark betroffen

Freising - Seit mehr als 30 Jahren arbeiten die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) Erding und Freising eng mit dem Unternehmen Cardo Door (ehemals Normstahl) zusammen. Die geplante Schließung des Werks in Wang sorgt deshalb auch in den Werkstätten für Unruhe.

„Wir stehen selbst vor großen Problemen“, berichtet Albert Wittmann, der Geschäftsführer der WfbM. Rund 25 Prozent des Rohgewinns konnte man in den vergangenen Jahren durch die Zusammenarbeit mit Cardo Door erwirtschaften. „Die Aufträge, die uns nun voraussichtlich wegbrechen, werden wir kaum kompensieren können.“

Die Mitarbeiter mit Behinderung in Erding und Freising fertigen für das Moosburger Traditionsunternehmen Zubehör für Garagentore aller Art an. Rund 65 Prozent der Lagerkapazitäten der WfbM werden regelmäßig von Cardo Door beansprucht. „Wir haben viele Produktionsprozesse in unseren Werkstätten speziell auf die Bedürfnisse der Firma und die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter zugeschnitten“, sagt der Betriebsleiter der Erdinger Werkstatt, Bernd Schreiber. „So konnten Menschen mit schwersten Behinderungen in die Auftragsbearbeitung miteinbezogen werden. Für sie alternative Tätigkeiten zu finden, wird besonders schwierig werden.“

Voraussichtlich werden alle WfbM-Mitarbeiter von den Auftragseinbußen betroffen sein - eventuell auch in Form von Lohnkürzungen. „Wir sind intensiv auf der Suche nach neuen Auftraggebern“, sagt Wittmann. Metallarbeiten aller Art, Montagen und Demontagen, Sortier-, Beklebungs- und Verpackungsaufgaben sowie Qualitätskontrollen sollen auch weiterhin zu den Kernkompetenzen der WfbM Erding und Freising zählen.

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